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Kunstrestaurierung Mit Wattestäbchen und Mikroskop zurück zu altem Glanz

| Autor/ Redakteur: Anja Schué / Marion Henig

Die Fürstlichen Sammlungen von Liechtenstein gehören weltweit zu den bedeutendsten privaten Kunstsammlungen. Für die Ausführung vieler konservatorischer und restauratorischer Maßnahmen der Gemälde ist das Mikroskop nahezu unentbehrlich. LABORPRAXIS schaut der zuständigen Restauratorin Ruth Klebel über die Schulter.

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Ruth Klebel arbeitet als Restauratorin für die Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein. (Bild: Leica Microsystems)
Ruth Klebel arbeitet als Restauratorin für die Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein. (Bild: Leica Microsystems)

Wenn Ruth Klebel sich an ihren Arbeitsplatz begibt, wird sie immer wieder von Touristen angesprochen, wann Besichtigungen stattfinden. Die Antwort ist immer gleich, bevor sie hinter der weiten, sich automatisch schließenden Pforte verschwindet: „Leider nie, dies ist Privatgelände.“ Als Restauratorin für die Sammlungen des Fürsten von Liechtenstein gehört Klebel zu den ganz wenigen, die im Schloss Vaduz ein- und ausgehen – ohne hier zu wohnen. Das Schloss, das auf einer Felsterrasse hoch über der Hauptstadt des Fürstentums Liechtenstein thront, ist Sitz einer der ältesten Adelsfamilien Europas.

Um 1136 wird mit Hugo von Liechtenstein erstmals ein Träger dieses Namens erwähnt. In die Zeit des Aufstiegs der Familie zum Fürstentum im 16. und 17. Jahrhundert – eine Zeit, in der der europäische Adel intensives Kunstmäzenatentum pflegte – fallen auch die Anfänge der Fürstlichen Sammlungen.

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Heute gehören die Sammlungen weltweit zu den bedeutendsten privaten Kunstsammlungen; und das Fürstenhaus baut sie auch weiterhin aktiv aus. Sie umfasst hauptsächlich Werke aus der Zeit zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert, wobei ein Schwerpunkt auf barocken Gemälden des 17. Jahrhunderts liegt. Darüber hinaus sind Bronzeskulpturen und Kunsthandwerk vertreten. Bemerkenswert ist auch die Biedermeier-Sammlung, die in einigen Jahren im Wiener Stadtpalais ausgestellt werden soll.

Klebel, die neben Ihrer Arbeit für das Fürstenhaus auch ein eigenes Atelier in Bregenz betreibt, kümmert sich im Team der Restauratoren in Vaduz hauptsächlich um die Gemälde der Sammlung. Konservieren, Restaurieren, Überwachen der Depotbedingungen sowie die Erstellung von Leihfähigkeitsgutachten gehören zu ihren Aufgaben.

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