Suchen

Mobiles Raman-Spektrometer

Mobile Kontrolle von Flüssiggasen direkt vor Ort

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Raman-Spektrometer für den Ex-Schutz adaptiert

Um dieses Gerät auch für potenziell explosionsgefährdete Flüssiggase zu nutzen, mussten einige Software-Adaptionen vorgenommen werden. Dafür wurde der Hersteller der Instrumente, Thermo Fisher Scientific in den USA, mit einbezogen. Raman-Spektrometer sind systembedingt nicht Ex-geschützt. Daran lässt sich auch nichts ändern, da der Laser prinzipiell eine Zündquelle darstellen kann. Die Laserleistung des Raman-Spektrometers ist jedoch auf 150 mW beschränkt, um den Energieeintrag während der Messung zu minimieren. Damit wird die Zündenergie für Propen-Luftgemische nicht erreicht und der Laser ist keine Zündquelle mehr. Durch diese Begrenzung dauert die Messung zwar geringfügig länger, dafür wird den Sicherheitsbestimmungen genüge getan. Zudem ist das Gerät nur während des wenige Sekunden kurzen Messintervalls unter Energie, kann mit einem Knopfdruck ausgeschaltet werden und kommt nur in mit kalibrierten Ex-Metern freigemessenen Atmosphären zum Einsatz.

Schauglasproblem wird durch Sonde beseitigt

Ein weiteres Problem stellen die Schaugläser dar. Durch die verwendeten druckfesten Schaugläser mit 16 mm Dicke konnte der Laser des Ramanspektrometers bauartbedingt nicht hindurchmessen. Also musste ein Glas gefunden werden, welches etwas dünner, dabei dennoch resistent gegen Kohlenwasserstoffe ist, und trotzdem dem erforderlichen Behälterdruck standhält. Da das Schauglas in den Flansch integriert ist, konnte die Nase des Gerätes nicht direkt auf dem Schauglas aufgesetzt werden. Deshalb wich Lanxess auf die Gerätevariante First-Defender RMX mit Messsonde aus. Allerdings musste das Glas jetzt so groß sein, dass diese Sonde auch aufgesetzt werden kann, ohne dass der Flansch die Messung behindert. Probemessungen ergaben, dass Flüssiggase wie Propen, Butan, Butadien und andere jetzt durch die Schaugläser hindurch gemessen werden können. Ein Unterschied zur Messung im Probenröhrchen ist nicht feststellbar. Alle ohnehin bei Umgebungsbedingungen flüssigen Substanzen sind ebenso schnell durch das Schauglas analysierbar.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 6 Bildern

Zusätzliche Untersuchungen im Labor möglich

Seit diesem Jahr prüft Lanxess das angelieferte Propen nun direkt bei der Entladung. Die 50 cm lange Sonde des Spektrometers wird vom Entladepersonal auf das im Auslassflansch integrierte Schauglas aufgesetzt. Der große Vorteil: Die Identität des Gases wird noch im flüssigen Zustand direkt vor Ort geprüft. Die Rohrleitung wird nur bis zum Schauglas geflutet. Es muss keine Probe gezogen werden. Der Laserstrahl des Raman-Spektrometers durchdringt das Glas, analysiert den chemometrischen Fingerabdruck des Inhaltsstoffes und vergleicht ihn mit seiner integrierten Datenbank. Der Benutzer erhält innerhalb weniger Sekunden ein eindeutiges „Pass“ oder „Fail“. Analytisches Fachpersonal muss nicht vor Ort sein. Somit kann ohne Verzögerung mit dem Entladevorgang begonnen oder die Lieferung zurückgewiesen werden. Eventuell notwendige weitere Untersuchungen zur Qualitätsbestimmung können bequem im Anschluss zu den üblichen Arbeitszeiten mit bewährten Methoden wie NIR oder GC durchgeführt werden. n

* U. Hentschel: Analyticon, 61191 Rosbach

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 42337926)