English China
Suchen

Feldfluss-Fraktionierung

Molekulare Parameter von Polyacrylamidlösungen mit Feldfluss-Fraktionierung bestimmen

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Für Untersuchungen mittels Viskosimetrie und die Beurteilung der Lichtstreumessungen (Wiederfindungsrate) ist die genaue Kenntnis der Polymerkonzentration notwendig. Da Polymeren immer eine gewisse Menge Wasser anhaftet, musste der Trockengehalt durch Thermogravimetrie bestimmt werden (s. Tab. 1). Untersuchungen mittels Infrarot-Spektroskopie (IR) und Kohlenstoff-Kernresonanzspektroskopie (13C-NMR) sollten sicherstellen, dass es sich bei dem eingesetzten Polymer nicht um teilweise verseifte Proben oder Copolymere handelt. Bei beiden Proben konnten weder per IR noch 13C-NMR Restmonomer-Anteile (Acrylsäure, Acrylamid) oder Copolymere nachgewiesen werden.

In einem weiteren Schritt wurden viskosimetrische Messungen mit verschiedenen Salzgehalten durchgeführt, um einen durch ionische Seitengruppen hervorgerufenen Polyelektrolyteffekt identifizieren zu können und zusätzlich über eine [η]-M-Beziehung [7] die Größenordnung für die mittlere Molmasse der Proben zu erhalten. Die [η]-M-Beziehung wird durch [η] = 0,0194 · M0,7 beschrieben.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Aus Tabelle 2 wird ersichtlich, dass sich die intrinsische Viskosität über eine Lagerzeit von einer Woche nur im Rahmen der Messgenauigkeit ändert. Die verschiedenen Salzkonzentrationen bzw. ein veränderter pH-Wert haben ebenfalls nur einen geringen Einfluss auf das Ergebnis und die da-raus ermittelte Molmasse. Es ist allerdings auffällig, dass der ermittelte Wert deutlich unter dem vom Hersteller angegebenen Wert liegt. Da die Viskosimetrie nur eine Relativmethode ist, wurde zur weiteren Charakterisierung eine gekoppelte Anlage SEC-MALS-dRI verwendet. Zum Einsatz kamen hier Säulen der Firma Toso-Haas (Toso-Haas PWXL 6000, 5000, 4000 und 3000), die Flussrate des Eluenten (0,1 M NaNO3 mit 200 ppm NaN3) betrug 0,5 ml/min. Exemplarisch ist in Abbildung 2 das Elutionsdiagramm von PAAm-Fluka gezeigt. Dabei ist eine gute Trennung zu sehen. Lediglich zu sehr kleinen Radien und Molmassen macht sich die geringe Signalintensität in den Detektoren als Fehlerquelle bemerkbar.

Die Ergebnisse für die Molmassen und Teilchengrößen sind in Tabelle 3 gelistet.Die Werte weichen um etwa 50 Prozent von den Herstellerangaben ab. Als Möglichkeit für diese Abweichung kommen u.a. eine Abtrennung von hochmolekularen Bestandteilen auf der Vorsäule oder eine Degradation auf der Säule in Betracht.

4

Weitere Charakterisierung mittels aF4

Um diese auszuschließen bzw. quantifizieren zu können, wurde eine aF4-Fraktioniereinheit (Wyatt, Eclipse 2) zur weiteren Charakterisierung verwendet. Der Eluent (0,1 M NaNO3 mit 200 ppm NaN3) wurde mit einem konstanten Kanalfluss von 1,4 ml/min mit einer isokratischen Pumpe der Agilent 1100-Serie gefördert. Mittels eines Eclipse2-Steuermodules und der Eclipse Software (Wyatt) wurden Quer- und Injektionsfluss gesteuert. Ein exponentieller Abfall des Querflusses zeigte sich im Laufe der Messungen als deutlich besser geeignet als ein linear abfallender Querfluss. Auch hier ist die Trennung gut (s. Abb. 3), allerdings ist der Molmassenverlauf durch die sehr geringen Injektionsmengen und dem damit verbundenen geringen Signal/Rausch-Verhältnis speziell im dRI leicht verrauscht. Die ermittelten Molmassen und Teilchengrößen decken sich mit denen der SEC- und Viskositätmessungen, allerdings bleibt dadurch auch die Diskrepanz zwischen Herstellerangaben und ermittelten Messwerten erhalten (s. Tab. 4).

Zusammenfassung

Mit der aF4 konnte gezeigt werden, dass keinerlei Aggregate vorhanden sind, sodass eine Abtrennung dieser auf der Vorsäule der SEC ebenfalls ausgeschlossen werden kann. Da die mittels aF4-MALS-dRI ermittelten Werte nur geringfügig höher als die mittels SEC-MALS-dRI bestimmten Werte sind, kann auch Degradation auf der Säule ausgeschlossen werden. Es konnte gezeigt werden, dass aF4-MALS-dRI eine schnelle und verlässliche Methode zur Bestimmung von Molmassen- und Teilchengrößenverteilungen ist. Dabei bietet die aF4 gegenüber der SEC Vorteile in Bezug auf Scherstabilität und Abtrennung von Aggregaten.

Literatur

[1] H. Thielking, D. Roessner, W.-M. Kulicke, Anal. Chem. 67, p.3229, 1995

[2] W.-M. Kulicke, D. Roessner, W. Kull, starch/stärke 45(12), p. 445, 1993

[3] H.C. Haas, R.L. MacDonald, J. Polym. Sci. Polym. Letters 10, p. 461, 1972

[4] W.-M. Kulicke, J. Klein, Angew. Makromol. Chemie 69, p. 189, 1978

[5] W.-M. Kulicke, R. Kniewske, Makromol. Chem. 181, p.823, 1980

[6] W.-M. Kulicke, R. Kniewske, Makromol. Chem. 182, p.2277, 1981

[7] W.-M. Kulicke, N. Böse, Polymer Bulletin 7(4) p. 205, 1982

*Institut für Technische und Makromolekulare Chemie, Universität Hamburg, 20146 Hamburg**Wyatt Technology Europe GmbH, 56307 Dernbach

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:330458)