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Projekt zu bioabbaubaren Kunststoffen Nachhaltig die Piste runter – ohne Mikroplastik durch die Skisaison gleiten

Quelle: Pressemitteilung Hochschule Hof 2 min Lesedauer

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Jede Abfahrt hinterlässt Spuren – nicht nur Rillen im Schnee, sondern auch winzige Partikel von den Skiern. Dieser Abrieb ist unvermeidbar und trägt zur Verteilung von Mikroplastik in der Umwelt bei. Ein Forschungsprojekt soll nun neue bioabbaubare Kunststoffe entwickeln, mit denen der Skiurlaub nachhaltiger werden soll.

Dr. Natascha Kuhl bei der Entwicklung geeigneter Polymerverbindungen für die Produktion nachhaltiger Gleitflächen für den Wintersport(Bild:  Hochschule Hof)
Dr. Natascha Kuhl bei der Entwicklung geeigneter Polymerverbindungen für die Produktion nachhaltiger Gleitflächen für den Wintersport
(Bild: Hochschule Hof)

Mikroplastik ist überall. Es schwebt durch die Atmosphäre, schneit auf die Erde und findet sich sogar im ewigen Eis der Arktis. Die Mikroplastik-Konzentration ist dabei oft deutlich höher als angenommen. Auch der Abrieb von Ski und Snowboard ist auf den Pisten der Wintersportler deutlich nachweisbar – ebenso wie im Falle von Wasserski und Wakeboard in Gewässern Materialabrieb gefunden wird.

Abrieb ist nicht vermeidbar, aber soll abbaubar werden

Am Institut für Kreislaufwirtschaft der Bio-Polymere der Hochschule Hof (ibp) forscht Dr. Natascha Kuhl im Projekt „Bio Slide“ seit Anfang des Jahres 2023 an einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Lösung: „Wir möchten die derzeitige Umweltverschmutzung durch sichtbaren Plastikabrieb, aber vor allem auch durch unsichtbaren Mikroplastik eindämmen.“ Dabei sieht die Forscherin großes Potenzial in biologisch abbaubaren Kunststoffen, da der Plastikabrieb selbst nicht zu verhindern ist. „Unser Ziel ist die Entwicklung von zu 100 Prozent nachhaltigen Gleitflächen für den Ski-, Snowboard- und Wassersportsektor.“

Hohe Materialanforderungen

Konventionelle Gleitflächen bestehen häufig aus ultrahochmolekularem Polyethylen (PE-UMHW), welches sich durch herausragende Gleiteigenschaften auszeichnet. „Die Herausforderung liegt daher in der nachhaltigen Materialrezeptur, die einerseits während der Nutzung eine gewisse Langzeitstabilität erfüllen muss und andererseits im Falle des Abriebs vollständig biologisch abbaubar sein muss“, erklärt Kuhl. Die nachhaltige Gleitfläche soll vergleichbare Eigenschaften zu den bisher genutzten konventionellen Materialien aufweisen und einem Nutzungszeitraum von mindestens acht Jahren standhalten.

Ablauf und Ziel des Projektes

Im Ablauf des zweieinhalbjährigen Projektes steht auf dem Programm der Forscherin zunächst die Entwicklung und Verarbeitung einer widerstandsfähigen, gleitfähigen Polymerverbindung samt biologisch abbaubarer und biogener Additive. „Entsprechende Muster werden von uns immer wieder auf ihre Eigenschaften hin überprüft, um die ideale Zusammensetzung mit den besten Eigenschaften zu finden“, erläutert Kuhl.

Im zweiten Projektjahr will man sich dann der Optimierung der biologischen Abbaubarkeit sowie der Verbesserung des Verfahrens zur Verarbeitung des neu entwickelten Compounds hin zur Ski- oder Snowboardproduktion widmen. Im dritten Jahr des Projektes sollen dann Realtests auf Skipisten stattfinden und – im besten Fall – bereits Vorbereitungen zur industriellen Fertigung anlaufen.

Förderung und Partner

Am Projekt beteiligt ist das Unternehmen „Creative Plastic Solutions“, das bereits hochwertige Kunststoffe für den Wintersportsektor herstellt und mit vielen namhaften Skiherstellern zusammenarbeitet. Ebenfalls beteiligt ist der Chemnitzer Snowboardhersteller Silbaerg, der insbesondere die Realtests durchführen wird. Gefördert wird das Forschungsprojekt als Teil des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM).

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