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Private Förderung für zwei Projekte zur Augenchirurgie Mit Blick in die Zukunft: Neue Techniken für gesundes Sehen entwickeln

Quelle: Pressemitteilung Empa Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt 2 min Lesedauer

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Ein Sensor zur Vermeidung von Grünem Star und ein schonendes Lasersystem für die Behandlung der Augenhornhaut – diese zwei Projekte erhalten eine Förderung durch den „Heinz A. Oertli-Fonds“. Der Namensgeber war selbst mit neuen Ideen lange Zeit aktiv in der Entwicklung neuer Augeninstrumente tätig und kombinierte etwa Schweizer Uhrenhandwerk mit Medizintechnik.

Konfokalmikroskopie-Aufnahme einer Netzhaut: Die Netzhaut (Retina), die unser Auge von innen auskleidet, ist eine fantastische „Innovation“ der Evolution. Die Zellen der Retina wandeln Licht in Nervenimpulse um.(Bild:  PC Koch, M Hess; J Neurosci Res 89:1316 (2011); doi:10.1002/jnr.22651)
Konfokalmikroskopie-Aufnahme einer Netzhaut: Die Netzhaut (Retina), die unser Auge von innen auskleidet, ist eine fantastische „Innovation“ der Evolution. Die Zellen der Retina wandeln Licht in Nervenimpulse um.
(Bild: PC Koch, M Hess; J Neurosci Res 89:1316 (2011); doi:10.1002/jnr.22651)

An Ideen hat es ihm nie gefehlt – der Schweizer Heinz A. Oertli machte sich im Alter von 24 Jahren als Instrumentenmacher für die Augenchirurgie selbstständig und baute seinen Einmannbetrieb weiter aus, sodass heute rund 220 Mitarbeiter dort beschäftigt sind.

Der mittlerweile 90-jährige Erfinder, der die Leitung seines Unternehmens längst in andere Hände weitergegeben hat, verfolgt nun eine neue Idee, die ihm bei einem Besuch der Empa in St. Gallen kam: Eine Privatförderung im Bereich der Instrumentenentwicklung.

Schweizer Uhrenhandwerk brachte Augeninstrumente voran

Die Gemeinsamkeit des ehemaligen Instrumentenmachers mit den Materialforschenden der Empa gehen dabei über den Erfindungsreichtum hinaus: Auch die Faszination für neue Materialien und Technologien zeichneten Oertli bereits zu Beginn seiner Unternehmertätigkeit aus. Als Pionier in seinem Gebiet suchte er für die Augenchirurgie damals neue Materialien für rostfreie, antimagnetische Präzisionsinstrumente. Fündig wurde er in der Uhrenindustrie, die vergleichbare Ansprüche an ihre Werkzeuge stellt. Diesen ihm eigenen Tüftlersinn fördert Heinz A. Oertli nun mit einem gleichnamigen Fonds im Rahmen des Empa Zukunftsfonds.

Projekt 1: Glaukom-Früherkennung und Behandlung

Nun unterstützt der 2022 gegründete „Heinz A. Oertli-Fonds“ die ersten beiden Projekte. Eines davon befasst sich mit neuen Therapiemöglichkeiten für den Grünen Star. Ziel ist es, das Auge zu befähigen, sich ohne ärztliche Hilfe selbst zu behandeln. Bei Menschen, die an einem Glaukom leiden, sterben die Nervenzellen in der Netzhaut mit der Zeit ab – bis hin zur Erblindung. Bei einem Großteil der Betroffenen stellt ein erhöhter Innendruck im Auge ein Risiko für die Ausbildung des Grünen Star dar. Empa-Forschende um Yashoda Chandorkar und Markus Rottmar vom „Biointerfaces“-Labor in St. Gallen entwickeln nun gemeinsam mit der Abteilung für Ophthalmologie am Tierspital Zürich ein selbstregulierendes System aus einem winzigen hochempfindlichen Sensor, der den Augendruck misst und über ein Ventil aus einem bioverträglichen Hydrogel den Druck der Kammerflüssigkeit im Auge normalisiert.

Projekt 2: Augen schonend löten statt nähen

Ein zweites Projekt, das ebenfalls durch den „Heinz A. Oertli-Fonds“ unterstützt wird, hat die Entwicklung eines laser-basierten Klebeverfahrens für Augenoperationen zum Ziel. Damit soll das hochempfindliche Augengewebe bei Operationen geschont werden. Bisher ist bei Eingriffen an der Linse bei Grauem Star oder bei Hornhaut-Operationen der Einsatz von Nadel und Faden üblich.

Laser-basiertes Arbeiten wird derzeit zwar angewendet, allerdings basiert es auf einem Schweißverfahren bei entsprechend hohen Temperaturen. Inge Herrmann, ETH-Professorin und Leiterin der „Nanoparticle Systems Engineering“-Gruppe an der Empa in St. Gallen, entwickelt mit ihrem Team ein minimal-invasives Laserlötverfahren, mit dem Wunden am Auge effizient und schonend geschlossen werden können. Das biologische Lötmaterial mit so genannten Nanoabsorbern soll die mechanischen Eigenschaften im Gewebe verbessern, die Heilung beschleunigen und die Narbenbildung mindern. Das Projekt kann nun dank der Unterstützung durch den „Heinz A. Oertli-Fonds“ starten.

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