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Test-Kit identifiziert Tumorzellen Neuer Biomarker für zirkulierende Tumorzellen

Redakteur: Christian Lüttmann

Über bestimmte Proteinaggregate weist ein neuer Test zirkulierende Tumorzellen in Gewebe und Blut nach. Der Entwickler Oncolab erweitert somit das Portfolio an IF- und PCR-basierten Kits für die Identifikation von seltenen zirkulierenden Krebszellen (CRCs).

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Zirkulierende Tumorzellen in der Blutbahn (Symbolbild)
Zirkulierende Tumorzellen in der Blutbahn (Symbolbild)
(Bild: ©Jennifer - stock.adobe.com)

Eine neue Technologie erlaubt es, zirkulierender Tumorzellen (Circulating Tumor Cells – CTCs) zuverlässiger zu identifizieren als bisher. Die zum Patent angemeldete Technologie basiert auf der Identifizierung von Aggregaten des p53-Proteins („p53-Prionen“) mittels Blut-basierten Biopsie-(BBB) Tests, die von der Oncolab Diagnostics entwickelt wurden. p53 ist das bekannteste Tumorsuppressorgen. Bestimmte Mutationen führen dazu, dass die p53-Proteine sich falsch falten und deshalb zusammenklumpen. „Die falsch gefalteten Proteine können dann wie Prionen wirken und auch normale p53-Proteine so verändern, dass diese an die Aggregate binden“, erklärt Prof. Robert Zeillinger, Geschäftsführer von Oncolab. „Einer unserer Tests kann diese Aggregate in immobilisierten Gewebeschnitten oder Zellen identifizieren, und ein anderer schafft das in Blut und anderen Körperflüssigkeiten. Da u. a. zirkulierende Tumorzellen diese Aggregate häufig enthalten, lassen diese sich mit den neuen Tests entdecken.

Fehlfaltungen zum Nachweis nutzen

Tatsächlich enthalten über die Hälfte aller Krebszellen so genannte TP53-Mutationen, die zu Falschfaltungen und Aggregaten führen können. Deren Identifikation kann die Zuverlässigkeit von CTC-Analysen deutlich erhöhen. „Die gängigen Tests zur Identifikation von CTCs beruhen auf der Messung von EpCAM (Epithelial Adhesion Molecules) oder Zytokeratinen. Aber nicht alle CTCs exprimieren diese Biomarker“, erläutert Zeillinger. „Dazu kommt, dass ihre Expression während des Tumorwachstums oft runterreguliert wird. Ein zusätzlicher Marker – besonders einer des bekanntesten Tumorsuppressorgens – ist somit eine echte Bereicherung des CTC-Testkits-Marktes.“

Neben p53-Aggregaten identifiziert der neue CTC Test „nPAC Amyloplex CTC-p53“ auch bekannte CTC-Marker (mehrere Zytokeratine) und Leukozyten-Marker. Kern des Tests ist die Immunofluoreszenz – eine Methode, die eine unmittelbare Identifikation von CTCs ermöglicht und zusätzliche Informationen über die Morphologie sowie die Anzahl an CTCs liefert.

Ein wachsendes Portfolio an Testkits

Weitere Tests zur Identifikation von aggregierten Krebsproteinen werden derzeit von Oncolab entwickelt. Das Unternehmen war nach eigenen Angaben auch weltweit der erste Anbieter eines umfassenden Portfolios für Blut-basierte Biopsie, der sowohl auf Immunofluoreszenz- als auch auf PCR-basierende Testkits anbot. Die Entwicklung des p53-Prionentests erfolgte dabei gemeinsam mit der schwedischen Firma Navinci, die ihrerseits eng mit der Universität Uppsala kooperiert.

Das gesamte Angebot an Tests für aggregierte Proteine wird von Oncolab unter dem geschützten Handelsnamen Amyloplex angeboten. Der „Amyloplex-p53-Test ist bereits für Forschungszwecke verfügbar, und die CE-IVD-zertifizierte Version für diagnostische Zwecke soll in den nächsten Monaten folgen.

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