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Laborfachhändler-Verbund LLG

Neues Logistikkonzept bei Laborfachhändler-Verbund

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Die Planung des neuen Logistikkonzeptes erfolgte zusammen mit einem Logistikplaner sowie einem Ingenieurbüro für Industriebauten. Das Ziel war es, zuerst die Abläufe und das Regalsystem zu definieren, um das neue Gebäude „von innen nach außen“ planen zu können, damit eine möglichst hohe Effektivität erreicht wird.

Kernelemente des neuen Logistikkonzeptes waren:

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  • der Bau eines Hochregallagers mit 3500 m2 Grundfläche und einer Kapazität von etwa 6000 Palettenplätzen,
  • die Umstellung der bisher manuellen Kommissionierung auf angetriebene Kommissionierzüge,
  • ergonomische Entlastung der Mitarbeiter durch Einsatz geeigneter Technik,
  • die Einführung eines „Multi-Order-Picking“,
  • die Erweiterung der Wareneingangs- und Versandflächen,
  • der Ersatz der papiergestützen Abwicklung im Lager durch moderne IT und beleglose mobile Datenterminals- und Scannertechnik sowie
  • die Renovierung und thermische Sanierung der Bestandsflächen und der Austausch alter Regaltechnik um Platz für mehr Artikel zu schaffen.

Nach Abschluss der Planungs- und Genehmigungsphase wurde im Februar 2015 mit den Bauarbeiten begonnen. Das neue Lager wurde in sechs Monaten als Betonfertigteilkonstruktion errichtet. Dabei wurden sowohl ökonomische als auch ökologische Kriterien berücksichtigt. So wird das Lager über eine Fußbodenheizung mit der „Abwärme“ der Bestandsgebäude beheizt. Eine deutlich bessere Energienutzung und niedrigere Kosten sind die Folge. Die Beleuchtung erfolgt über LED-Systeme mit Bewegungsmeldern für jeden Lagergang. Um Fahrzeiten zu reduzieren wurden die neuen Lagerplätze, mithilfe einer Simulationssoftware, wegeoptimiert geplant.

Neue Logistik seit Anfang 2016 in Betrieb

Nach Einbau der Regalanlage, Elektro, Sicherheits- und Informationstechnik konnte der Neubau im Januar 2016 in Betrieb genommen werden. Aktuell ist die neue Infrastruktur voll in Betrieb und die alten Lagerflächen werden bis Mitte des Jahres saniert und umgebaut.

Um möglichst viele Artikel auf möglichst wenig Fläche bereitzustellen, wird bis zu einer Höhe von 3,20 m kommissioniert. Die Kommissionierung erfolgt dabei auf einem Gerät mit integrierter Leiter und bis zu drei anhängenden Etagenwagen (s. Abb. 1). Damit können bis zu 36 Kundenaufträge auf einer Rundfahrt zusammengestellt werden. Die Geräte fahren mit 8 km/h. Damit sind die Mitarbeiter wesentlich schneller als im Fußgängerbetrieb und das bei geringerer körperlicher Belastung.

Die Kommissionier-Etiketten werden bereits wegeoptimiert gedruckt und leiten die Mitarbeiter auf dem kürzesten Weg zu den Lagerplätzen. Diese Technik wird auch für die Einlagerung der Waren genutzt. Die Zusammenführung und Verpackung der Kundensendungen erfolgt heute an einer modernen Paketstraße mit ergonomisch gestalteten Arbeitsplätzen.

Zur versandgerechten Verpackung der für den Laborfachhandel typischen Glasbauteile wird relativ viel Füllmaterial benötigt. Hierzu wurden mehrere Maschinen zur Herstellung von Papierpolstern angeschafft und direkt an den Packplätzen installiert. Die Verwendung von Kunststoff-Polstern, und die daraus folgenden Entsorgungsprobleme im Labor, konnten damit deutlich reduziert und den ökologischen Anforderungen der Kunden entsprochen werden.

Aktuell werden bis zu 900 Sendungen pro Tag abgewickelt und mit unterschiedlichen Systemdiensten in 24/48 Stunden an die Händler oder deren Kunden in ganz Europa zugestellt. Im 2. Quartal erfolgt die Sanierung der alten Bestandsflächen mit der Erneuerung der Böden und der Modernisierung der Regalanlagen. Ab dem 3. Quartal erfolgt die Einführung der MDE- und Scannertechnologie. Mit dem Abschluss des Gesamtprojektes wird Ende 2016 gerechnet.

* A. Meise: Lab Logistics Group GmbH, 53340 Meckenheim

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