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Geruchsensor Neues Messgerät für Gerüche entwickelt

| Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

Die Identifizierung von Aromastoffen und verdorbenen Waren sorgt für Qualitätsverbesserung in der Lebensmittel- und Kosmetikbranche. Das Saarbrücker Unternehmen 3S hat zusammen mit Forschern der Universität des Saarlandes das grundlegende Messverfahren entwickelt und zur Marktreife gebracht.

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Mit dem 3S-OdorChecker lassen sich Gerüche objektiv bewerten. (Bild: 3S)
Mit dem 3S-OdorChecker lassen sich Gerüche objektiv bewerten. (Bild: 3S)

Der 3S-Odorchecker bestimmt basierend auf einem repräsentativen Geruchseindruck der menschlichen Nase objektiv Gerüche. Die Geruchsproben kommen dafür in eine Testkammer. Ihre Ausdünstungen werden abgesaugt und an empfindlichen Gassensoren vorbeigeführt. Die erfassten Daten werden dann mit Geruchsmustern verglichen, die in Versuchsreihen von menschlichen Testpersonen bewertet wurden. Dabei riechen die Tester an einem Produkt und bewerten auf einer Skala, etwa von eins bis fünf, wie stark ihre subjektive Geruchs-Schmerzgrenze überschritten wird. Sie verwenden dafür auch qualitativ unterschiedliche Kriterien, zum Beispiel, ob etwas süßlich oder stechend riecht.

Durch eine neu entwickelte Signalauswertung und die jahrelange Erfahrung des aus Ingenieuren und Physikern bestehenden Entwicklerteams der 3S im Bereich der Auswertung von Gerüchen ist es gelungen, die Systemperformance in Bezug auf die Erkennung unterschiedlichster Gerüche weiter zu steigern und insbesondere die Stabilität und Reproduzierbarkeit der Systemantwort über einen Zeitraum von mehreren Jahren zu gewährleisten. Eine vom Anwender durchführbare (Re-) Kalibrierung des Systems reduziert zudem die anfallenden Betriebskosten deutlich, betont der Hersteller.

Von Qualitätssicherung bis zur Bewertung der Raumluft

Eingesetzt wird der innovative 3S-OdorChecker in der Qualitätssicherung, etwa zur Sicherstellung gleichbleibender Aromatisierung bei Lebensmitteln, bei der Bewertung von Duftölqualität und bei der Optimierung der Zusammensetzung von Textilien in Bezug auf Schweißgeruch. Ebenfalls eingesetzt wird das jeweils branchen- bzw. anwendungsspezifisch und ergonomisch designte Gerät bei der Bewertung der Geruchsqualität von Verpackungsmaterialien, insbesondere bei der Produktion von Kunststoffverpackungen, wo es wegen unpassend gewählter Prozessparameter oder vorbelasteter Rohmaterialien zu permanent üblen Gerüchen der fertigen Kunststoffverpackung kommen kann.

Eine weitere, in Kürze marktreife Variante des 3S-Odorcheckers stellt eine Einbaulösung für handelsübliche Lüfter dar. Dies erlaubt die Bewertung der Luftqualität speziell in innenliegenden Bädern, bei der kontrollierten Wohnraumlüftung oder an geruchsbelasteten Industriearbeitsplätzen. Das System reagiert hier mit bedarfsgerechter Lüftung auf unangenehm riechende oder gar schädliche Raumluft. Im Gegensatz zu den am Markt vorhandenen Systemen, die den CO2-Anteil in der Luft messen und daraus auf die Geruchsbelastung schlussfolgern, erkennt der 3S-OdorChecker direkt Gerüche.

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