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Von fettfrei bis übertrainiert

Neun Gesundheitsmythen auf dem Prüfstand

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4. Ein Glas Wein am Tag verlängert das Leben

Klingt ja gut, dass das gepflegte Glas Wein am Abend auch noch gesund sein soll. Bei dieser Theorie ging es um die positive Wirkung einiger besonderer Inhaltsstoffe des Weins, der Polyphenole, auf die Blutgefäße. Und die Blutwerte selbst sollten sich auch noch verbessern. Allerdings ist es im Grunde nur das: eine Theorie. Die Phenole sind zwar im roten Wein enthalten und haben im Labor die besagten Wirkungen gezeigt. Ob das im Körper genauso funktioniert, ist allerdings völlig unklar und alles andere als erwiesen.

Tatsächlich geht man heute davon aus, dass der leichte statistische Zusammenhang zwischen dem langen Leben und dem sehr eingeschränktem Weinkonsum – bei den Untersuchungen meinte man eher ein halbes Glas – in Wirklichkeit auf eine gemeinsame Ursache zurückgeht, nämlich eine allgemein bewusste und verhältnismäßig gesunde Lebensweise.

Unabhängig davon ist und bleibt Alkohol ein Zellgift. Die Einräumung eines täglichen Glases kann schlimmstenfalls eine Alkoholsucht begründen, denn – mal ehrlich – wer bleibt denn wirklich bei dem einen kleinen Glas?

5. Was Hänschen im Sportunterricht nicht lernt, lernt Hans nimmermehr

Falsch! Im Gegenteil: Es ist nie zu spät, sich von der Couch zu erheben. Selbst wer erst im Rentenalter einen moderaten Sport wie Walking aufnimmt, tut sich körperlich und seelisch etwas Gutes und verbessert seine Chancen, länger gesund zu bleiben oder wieder gesund zu werden.

Gleiches gilt für nur eingeschränkt bewegungsfähige Menschen. Übergewichtige und Gehbehinderte dürfen gern langsam mit Schwimmen oder Spaziergängen in ein bewegtes Leben finden. Schließlich beginnt auch ein langer Weg mit dem ersten Schritt – der aber erst einmal getan werden muss. Und wer meint, er dürfe sich wegen seiner Leibesfülle nicht sportlich aktiv zeigen, dem sei gesagt: Ein Dicker in der Muckibude ist allemal besser als ein Schlanker auf der Couch!

6. Viel Training hilft viel

Auch wenn wir erkannt haben, dass Sport einen Beitrag zu einem längeren Leben leistet, müssen wir uns nicht gleich für den nächsten Marathon der Stadt anmelden. Sich regelmäßig zu bewegen, ist gut und wichtig. Noch wichtiger ist allerdings das gesunde Maß: Wer sich auf dem Laufband verausgabt, bis die Lunge flattert, tut sich genauso wenig einen Gefallen wie der Freizeitsportler, der sich im Fitnessstudio mit angehaltenem Atem und hochrotem Kopf an einer übermütig eingestellten Kraftmaschine quält.

Anfänger dürfen sich auf einen leichten Muskelkater als Zeichen des Erfolgs ihrer Bemühungen freuen. Wer aber am Tag nach einer Laufrunde nicht mehr krabbeln kann, hat es übertrieben, seine Muskeln überlastet und womöglich die Gelenke unnötig verschlissen. Auch begeisterte Sportler müssen deshalb darauf achten, es trotz ihrer Motivation nicht zu übertreiben. Jeden zweiten Tag Joggen kann schon zu viel sein und der Körper wird das mit Schmerzen und Konditionstiefs anzeigen. Deshalb gilt: Ruhig den Signalen des Körpers nachgeben, dann kann es am Tag darauf vielleicht schon wieder mit Vollgas und Spaß auf die Piste gehen.

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