English China

Von fettfrei bis übertrainiert

Neun Gesundheitsmythen auf dem Prüfstand

Seite: 3/3

Firmen zum Thema

7. Beim Sport geht es vor allem um Gewichtsverlust

Dass Bewegung für uns wichtig ist, ist eine Binsenweisheit. Da gibt es nur ein Problem: Wer losspringt, um abzunehmen, kann die unwillkommene Beobachtung machen, dass der Zeiger der Waage sich einfach nicht nach unten bewegen will. Der Sport regt das Muskelwachstum und wo Muskeln wachsen, kommt zunächst Gewicht hinzu.

Die gute Nachricht: Selbst wenn die Waage eingefroren scheint, passen die Hosen nach einigen Wochen sportlicher Ertüchtigung trotzdem besser, denn Muskeln nehmen weniger Volumen ein als Fett. Die böse Falle hier: Wer sich nach der erfolgreichen Joggingrunde mit einem netten Eis belohnt, fühlt sich zwar erst einmal besser, macht aber rein gewichtsmäßig keinen Boden gut.

Tipp: Zusätzlich zum Bewegungsprogramm auch auf die Ernährung achten und nur einmal pro Woche unter gleichen Bedingungen wiegen, etwa Montagmorgen direkt nach dem Aufstehen. Dann tut sich auch zahlenmäßig etwas.

8. Für ein besseres Leben braucht es einen radikalen Schnitt

Ob das Vorhaben ist, abzunehmen, endlich mit Sport anzufangen oder in ein rauchfreies Leben zu starten – viele Menschen kommen mit allzu hehren Zielen nicht zurecht. Zu groß ist die Gefahr, schon bald zu scheitern, wenn der Vorsatz lautet: Ab morgen keine Schokolade mehr oder nie wieder rauchen. Meistens entstehen solche Vorsätze ohnehin im Zusammenhang mit der Panik vor dem Kleiderschrank oder den obligatorischen Vorsätzen zum Jahreswechsel und ohne den passenden inneren Antrieb.

Für die meisten Menschen funktioniert die langsame Reduktion besser als der groß angelegte Rundumschlag, zum Beispiel jeden Tag eine Fluppe weniger oder über jeweils eine Woche ein Stück weniger Zucker auf eine Kanne Tee. So erhält der Körper die Möglichkeit, sich an weniger zu gewöhnen und gibt sich auf Dauer auch damit zufrieden. Damit kann man jederzeit anfangen, ohne gleich sein ganzes Leben komplett umkrempeln zu müssen. Ausnahmen müssen erlaubt und Belohnungen in anderen Formen vorgesehen sein, dann bleibt auch der trägste Zeitgenosse lange dran, ohne riesige Zugeständnisse machen zu müssen.

9. Wir können nur glücklich sein, wenn …

Gerade Frauen sind anfällig für einen gewissen Selbstoptimierungswahn. Beliebt sein, Kinder und Haushalt wuppen, nebenbei noch arbeiten und dann das: Von zahllosen Frauenzeitschriften lachen perfekte Gesichter, die auf ebenso perfekten Körpern sitzen. Dazu die neuesten Diättipps und Mode und Beziehungsratgeber und vieles mehr, das vor allem eines aussagt: So, wie du es jetzt machst, ist es falsch!

Dabei sind die leuchtenden Bilder auch nur gestellt und aufwendig bearbeitet. Selbst die Sixpacks auf den Fitnessmagazinen für Männer sind vor allem das Ergebnis von viel Schinderei, wenig Essen und ordentlich Bräunungs-Lotion – und einigen Stunden Computer-Arbeitszeit eines digitalen Stylisten. Viel zu viel Zeit verbringen wir im Angesicht dessen damit, dem Wenn nachzuhorchen. Wenn ich erst die Figur habe, dann werde ich aber endlich…

Schluss damit! Die Formel für das gute Leben ist ganz einfach: Sich nichts einreden lassen, vernünftig essen und trinken, ein bisschen Bewegung, die Spaß macht, und ansonsten in sich selbst hinein hören nicht auf das, was andere vielleicht für richtig halten. Und damit am besten sofort anfangen. Ohne Wenn und Aber!

(ID:44320055)

Über den Autor