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Laborinformationssystem

Neuropathologie und Labormedizin vereint in einem LIMS

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Big Data zentral verfügbar

Der Vorteil eines zentralen Datenpools liegt auf der Hand. Patientendaten müssen nur einmal vorgehalten werden, es können deutlich mehr Analysen gefahren werden und Informationen miteinander in Beziehung gesetzt werden. Ganz wesentlich ist darüber hinaus, dass nur eine Schnittstelle zum Krankenhausinformationssystem notwendig ist. Das für das KIN entwickelte Kinnet begleitet die Mitarbeiter des Instituts durch sämtliche, sehr unterschiedliche Analyseprozesse der Neuropathologie bei der Tumor- und Liquordiagnostik sowie der Neurochemie, also der Erforschung chemischer Vorgänge im Nervengewebe zur Diagnostik von Erbkrankheiten oder erworbener Krankheiten und ist genau an die Arbeitsabläufe der Mitarbeiter angepasst. Dieses prozessorientierte System sorgt einerseits für reibungslose Abläufe, andererseits dient es der Qualitätssicherung. Befunde können beispielsweise erst frei gegeben werden, wenn bestimmte kombinierte Untersuchungen erfolgt sind.

Von der Probe zum Befund

Beispielhaft sei hier der datenbankgestützte Analyseprozess einer Gewebeprobe aus dem Bereich der Neuropathologie geschildert.

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Zunächst werden die Patientendaten der zugewiesenen Proben im zentralen Krankenhausinformationssystem des Allgemeinen Krankenhaus Wien (AKIM) erfasst und anschließend über eine sichere HL7-Schittstelle in das LIMS importiert.

Die Probe wird mit einer Probennummer versehen und aufgeteilt, sodass die verschiedenen angeordneten Untersuchungen an der Probe durchgeführt werden können. Die jeweiligen Mitarbeiter führen die angefragten Untersuchungen an „ihrer“ Probe durch und tragen die jeweiligen Ergebnisse in die Datenbank ein. Sobald diese eingetragen sind, erstellt die Datenbank automatisch einen Befund. Das Besondere an Kinnet ist, dass sich nun unterschiedliche Gruppen von Analyseaspekten kombinieren lassen.

Doch nicht nur die labororganisatorischen Aspekte werden im System berücksichtigt. Auch Qualitätssicherung und Administration werden durch das System abgebildet. Im Hintergrund der Analyseschritte werden automatisch die abrechnungsrelevanten Leistungscodes erfasst: Jede Fragestellung – pro Probe können zehn Bestimmungen gewählt werden – ist automatisch mit der Leistungscode-Abrechnungstabelle verknüpft, die die Grundlage für die Abrechnung mit den Kostenträgern bildet. Sobald diese von der Leitstelle geprüft sind, wird der Befund markiert, freigegeben und die Leistungs- und Befund-Daten über HL7-Schnittstelle an das KIS übertragen. Zettelwirtschaft gehört definitiv der Vergangenheit an.

* Prof. Dr. H. Zenz: Meduni Graz, 8036 Graz/Österreich

* *A. Jurkowitsch: Klinisches Institut für Neurologie Wien, Med. Universität Wien, 1090 Wien/Österreich

* **H. Hering-Haas: Essential Media München, 80336 München

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