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EU-Grenzwerte für PFAS Normkonform die PFAS-Gesamtbelastung messen

Quelle: Pressemitteilung Metrohm Deutschland GmbH & Co. KG 3 min Lesedauer

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Ab dem 12. August 2026 gelten EU-weit neue Grenzwerte für PFAS in Lebensmittelverpackungen. Metrohm bietet Messgeräte und validierte Methoden zur Analyse der Ewigkeitschemikalien, darunter die Verbrennungs-Ionenchromatographie (CIC) zur Bestimmung des Summenparameters TOF.

System für die Combustion IC (CIC) für die Analyse der Summenparameter AOF bzw. EOF im Labor der Metrohm AG. Das System wird vom Applikationsteam Ionenchromatographie für die Analyse von Kundenproben sowie Methodenentwicklung verwendet. Das System (v.l.) besteht aus einem 930 Compact IC, 920 Absorber Module und einem Combustion Module (AJ).(Bild:  Metrohm)
System für die Combustion IC (CIC) für die Analyse der Summenparameter AOF bzw. EOF im Labor der Metrohm AG. Das System wird vom Applikationsteam Ionenchromatographie für die Analyse von Kundenproben sowie Methodenentwicklung verwendet. Das System (v.l.) besteht aus einem 930 Compact IC, 920 Absorber Module und einem Combustion Module (AJ).
(Bild: Metrohm)

Ab dem 12. August 2026 treten EU-weit neue Grenzwerte für PFAS in Lebensmittelverpackungen in Kraft. Damit gewinnt die genaue Bestimmung der so genannten Ewigkeitschemikalien für Labore und Unternehmen an Bedeutung. Die Metrohm AG aus Herisau bietet hochpräzise Messgeräte und validierte Methoden für die Analyse von poly- und perfluorierten Alkylsubstanzen in Wasser, Böden und anderen Proben an.

PFAS – ein omnipräsentes Problem

Bei PFAS handelt es sich um eine Gruppe menschengemachter chemischer Verbindungen, die viele Tausend einzelne Verbindungen umfasst. Sie sind fett-, schmutz- und wasserabweisend und wurden aufgrund dieser Eigenschaften über Jahrzehnte von der Industrie hergestellt und verwendet – in der Herstellung von Outdoorbekleidung ebenso wie für die Beschichtung von Lebensmittelverpackungen.

Viele dieser Verbindungen haben sich als gesundheitsgefährdend erwiesen. Allen PFAS ist gemeinsam, dass sie chemisch äußerst stabil sind: Einmal in die Umwelt eingetragen, zersetzen sie sich dort kaum mehr. Über das Trinkwasser und die Nahrungskette gelangen sie in den menschlichen Körper und reichern sich im Blut und in den Organen an.

Gesamtbelastung zuverlässig messen

Der Nachweis einzelner PFAS ist technisch aufwendig und nur für wenige Verbindungen aus dieser Gruppe möglich. Eine Bewertung der direkten Belastung ist somit für viele Verbindungen nicht realisierbar, Labore nutzen stattdessen Summenparameter. Im Fall von Lebensmittelverpackungen ist dies der Summenparameter TOF (Total Organic Fluorine). Dieser Parameter ermöglicht Rückschlüsse über die Gesamtmenge an PFAS. Die dafür verwendete Technologie ist die so genannte Combustion Ion Chromatography (CIC, Verbrennungs-Ionenchromatographie).

TF - TIF = TOF

Zur Bestimmung wird zunächst die Menge an Gesamtfluor (Total Fluorine, TF) erfasst. Dazu wird die Probe in einem Ofen verbrannt und das freigesetzte Fluor wird als Fluorid-Ion in Reinstwasser aufgefangen. Die Menge an entstandenem Fluorid lässt sich dann mittels Ionenchromatographie bestimmen.

In einem zweiten Schritt wird eine weitere Probe zunächst verascht, sodass sämtliche organischen Bestandteile (inklusive PFAS) verbrannt werden. Die verbleibende Asche wird anschließend vollständig im Ofen des CIC-Systems verbrannt, um den Gehalt an anorganischem Fluor (Total Inorganic Fluorine, TIF) mittels Ionenchromatographie zu bestimmen. Aus der Differenz zwischen TF und TIF lässt sich der TOF-Wert berechnen.

PFS-Grenzwerte für Lebensmittelverpackungen

Gemäß Art. 5, Abs. 5 der europäischen Verpackungsverordnung dürfen ab dem 12. August 2026 Verpackungen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, bestimmte PFAS nur noch in begrenzten Mengen enthalten:

  • 25 ppb für einzelne PFAS-Verbindungen
  • 250 ppb für die Summe aller identifizierten PFAS-Verbindungen (inklusive Vorläuferstoffe nach Abbau)
  • 50 ppm für den Gesamtfluorgehalt aller PFAS (inklusive polymerer Formen). Bei Überschreitung muss ein Nachweis über die Herkunft des Fluors erbracht werden

Quelle: DIHK: Merkblatt: Die neue europäische Verpackungsverordnung – VO (EU) 2025/40 (pdf) („Packaging and Packaging Waste Regulation“ – PPWR)

Experten für Methodenentwicklung und Standardisierung

Bereits 1987 brachte Metrohm den ersten, im eigenen Haus entwickelten Ionenchromatographen auf den Markt und gehört inzwischen zu den weltweit führenden Herstellern in diesem Produktsegment. Das Unternehmen engagiert sich in der Entwicklung und Standardisierung von PFAS-Analyseverfahren, beteiligt sich an europäischen Normierungsbestrebungen zur Bestimmung des Summenparameters TOF und bringt seine Expertise in Ringversuchen ein. Experten arbeiten in Gremien wie dem Deutschen Institut für Normung mit. Ein Ergebnis ist die DIN-Norm 38409-59, die die Verbrennungs-Ionenchromatographie für die Bestimmung des Summenparameters AOF (Adsorbierbares organisch gebundenes Fluor) für Wasserproben beschreibt. Damit liefert Metrohm nicht nur Geräte, sondern auch validierte Analysevorschriften, die Labore direkt anwenden können.

Internationale ISO-Norm veröffentlicht

Ein weiterer Meilenstein ist die internationale Veröffentlichung der Methode als ISO-Norm ISO 18127:2026„Water quality — Determination of adsorbable organically bound fluorine, chlorine, bromine and iodine“. Damit ist die ursprünglich als DIN 38409-59 etablierte Bestimmung adsorbierbarer organisch gebundener Halogene mittels Verbrennungs-Ionenchromatographie nun weltweit standardisiert. Die Methode ermöglicht die zuverlässige Bestimmung von AOF sowie weiterer Summenparameter wie AOCl, AOB und AOI in unterschiedlichsten Wasserproben und schafft eine international harmonisierte Grundlage für die Überwachung organischer Halogenverbindungen, einschließlich PFAS.

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Weitere Informationen: Metrohm-Blog: Analyse organischer Halogenverbindungen mit CIC nach DIN 38409-59

Analytica 2026: Halle A1, Stand 101 und 102

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