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Ein Geben und Nehmen
Per Mikrofluidik eine Endosymbiose erforschen

Das Gespräch führte Dr. Ilka Ottleben 4 min Lesedauer

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Eine Symbiose ist eine besondere Form des Zusammenlebens zweier Organismen, von der beide Partner profitieren. Doch der Grat dieses harmonischen Zusammenlebens ist offenbar schmal. Dies und mehr haben Forschende mithilfe winziger Mikrofluidik-Chips herausgefunden, in deren Kanälen jeweils nur eine einzige Pilzhyphe Platz hatte.

Dr. Ingrid Richter ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-HKI Jena(Bild:  Leibniz HKI)
Dr. Ingrid Richter ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-HKI Jena
(Bild: Leibniz HKI)

Der ein oder andere erinnert sich vielleicht noch aus dem Biologieunterricht – unter einer Symbiose versteht man das Zusammenleben von Individuen verschiedener Arten zum gegenseitigen Nutzen. Frau Dr. Richter, Sie haben sich eine besondere Form dieses Zusammenlebens genauer angeschaut, nämlich das zwischen dem Pilz Rhizopus microsporus und dem Bakterium Mycetohabitans rhizoxinica. Wie schaut diese Symbiose aus und welche Vorteile haben beide Partner voneinander?

Dr. Ingrid Richter: Diese Symbiose ist eine ganz spezielle Form des Zusammenlebens, denn das Bakterium lebt in den Hyphen des Pilzes. Das nennt man Endosymbiose. Beide Organismen sind komplett voneinander abhängig. Das Bakterium produziert giftige Naturstoffe, die von dem Pilz zum Teil weiterverarbeitet und sekretiert werden. Das Pflanzengift Rhizoxin z. B. verursacht Reiskeimlingsfäule, die jedes Jahr zu enormen Ernteausfällen in Asien führt. Rhizoxin schützt den Pilz aber auch vor Fraßfeinden, die im Boden leben. Im Gegenzug versorgt der Pilz seinen Endosymbionten mit essentiellen Nähstoffen.