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Die Forschenden vermuten, dass die Evolution so genannte gekoppelte Mutationen bevorzugt, weil damit die Bildung von Zwischenformen, die an keinen spezifischen Bestäuber angepasst sind, vermieden werden kann. Ein Zwischending wären etwa Pflanzen mit Blüten, die für keinen Bestäuber richtig tauglich, nicht attraktiv und somit nicht überlebensfähig sind.
Die Pflanze und ihre Bestäuber gezielt schützen
„Das weltweite Bienensterben hat uns ins Bewusstsein gerückt, wie hoch die Abhängigkeit der Pflanzen von ihren Bestäubern ist“, sagt Cris Kuhlemeier. Ohne Bienen seien ganze Arten vom Aussterben bedroht (laborpraxis.de berichtete). Andere Arten wie etwa Petunia exserta, von der es nur noch einige hundert Pflanzen auf der Welt gibt, sind aus noch unbekannten Gründen bedroht.
Entsprechend wichtig sei ihre Erforschung, um sie schützen zu können. Das Verständnis ihres Bestäubermechanismus trage nicht nur zum Schutz der Pflanzenart selbst, sondern auch des richtigen Bestäubers bei. „Hat man diesen Mechanismus bei einer Art verstanden, kann man die Ergebnisse auch auf andere Pflanzen und deren Bestäuber anwenden und so gezielt für einen Schutz dieser sensiblen Systeme eintreten“, erklärt Kuhlemeier.
Zudem könne man zukünftig den Pflanzen bei der Anpassung an einen neuen Bestäuber helfen, indem man diese Erkenntnisse bei Züchtungen berücksichtige. „Nicht zuletzt ist es auch wichtig, weil diese Ergebnisse etwas über die Evolution aussagen – zum ersten Mal wurden diese Gene, welche den Bestäubermechanismus bestimmen, bei Pflanzen gekoppelt nachgewiesen“, sagt Kuhlemeier.
Literatur: Katrin Hermann, Ulrich Klahre, Michel Moser, Hester Sheehan, Therese Mandel and Cris Kuhlemeier: Tight Genetic Linkage of Prezygotic Barrier Loci Creates a Multifunctional Speciation Island in Petunia. Current Biology, in print (DOI: 10.1016/j.cub .2013.03.069)
(ID:39299010)

