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Pflanzenschutzmittel-Rückstände

Pflanzenschutzmittel-Rückstände in Obst und Gemüse nachgewiesen

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Knapp ein Fünftel aller Proben enthielt fünf und mehr Rückstände. Deutsche Äpfel wiesen häufiger Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf, die zulässigen Höchstmengen (2,9 Prozent) wurden aber seltener überschritten als beispielsweise in südamerikanischen Äpfeln (17 Prozent). Äpfel waren gering mit Schwermetallen kontaminiert. Bei Erdbeeren blieb der Anteil der Höchstmengenüberschreitungen im Hinblick auf Pflanzenschutzmittel-Rückstände im Vergleich zu 2004 mit 2,9 Prozent konstant. Der Anteil von Proben ohne Rückstände fiel von 23 Prozent auf zehn Prozent. Rückstände mehrerer Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe wurden in 78 Prozent aller Proben gefunden; ein Drittel der Proben enthielt fünf und mehr Stoffe.

Verstärkte Kontrollen bei Kohl erforderlich

Rund jede fünfte Grünkohlprobe und rund jede siebte Wirsingkohlprobe wies Rückstandsgehalte von Pflanzenschutzmitteln über zulässigen Höchstmengen auf. Bei Spitzkohl war dies bei 2,1 Proben der Proben der Fall. Da häufig Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe nachgewiesen wurden, die für Grünkohl nicht zulässig sind, sollte bei diesem Gemüse verstärkt kontrolliert werden. Spitzkohl fiel mit relativ hohen Nitratgehalten auf, deren Ursachen von den Erzeugern ermittelt werden sollten. Spitzkohl und Wirsingkohl enthielten nur geringe Mengen an Schwermetallen.

Bei Nektarinen lag der Anteil der Höchstmengenüberschreitungen von Pflanzenschutzmittel-Rückständen wie 2005 bei fünf Prozent und hat sich bei Pfirsichen von 15 auf zwölf Prozent verringert. Sowohl in Pfirsichen als auch in Nektarinen hat der Anteil mit positiven Befunden mehrerer Pflanzenschutzmittel-Rückstände gegenüber den vorangegangenen Untersuchungen nochmals erheblich zugenommen. Mehr als drei Viertel aller Proben wiesen Mehrfachrückstände auf. Am häufigsten waren zwei und drei Stoffe nachzuweisen. 39 Prozent der Proben enthielten fünf und mehr Rückstände. In einer Probe wurden 15 Rückstände gefunden.

Luftgetrockneter Schinken aus Spanien war häufig mit Rückständen von Insektenbekämpfungsmitteln belastet. Das BVL empfiehlt, dies zum Anlass für verstärkte Kontrollen zu nehmen. Im Vergleich zum Monitoring 2000 hat sich der Anteil von Schinkenproben verdoppelt, in denen Rückstände von Pflanzenschutz- bzw. Schädlingsbekämpfungsmitteln sowie langlebigen Organochlor- und anderen organischen Verbindungen nachweisbar waren. Die Belastung von luftgetrocknetem Schinken mit Schwermetallen war gering.

Mehr Sorgfalt fordert das BVL von den Herstellern bei der Auswahl der Rohstoffe für Gewürze, da in Muskatnuss und Paprikapulver vereinzelt hohe Gehalte an Mykotoxinen auftraten. Die Untersuchung zahlreicher Lebensmittel tierischen Ursprungs auf Dioxine und PCB zeigte eine im Allgemeinen geringe Belastung.

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