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Festmahl für marine Bakterien?

Plastik stimuliert Mikroben im Meer

| Autor / Redakteur: Gerhard J. Herndl* / Marc Platthaus

Abb.1: Maria Pinto und Teresa Langer beim Probennehmen der Experimente über den Einfluss von Plastik auf Mikroben in der Adria.
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Abb.1: Maria Pinto und Teresa Langer beim Probennehmen der Experimente über den Einfluss von Plastik auf Mikroben in der Adria. (Bild: Maria Pinto)

Die Belastung der Weltmeere durch Plastik steigt Jahr für Jahr. Nicht nur diese Tatsache stellt eine Gefahr für unsere Umwelt dar. Das Plastik ist auch ein idealer Besiedlungsplatz für Bakterien, wie Wiener Forscher in einer aktuellen Studie festgestellt haben.

Die globale Produktion von Plastik stieg von ca. 140 Millionen Tonnen im Jahr 2000 auf knapp 400 Millionen Tonnen im Jahr 2017, verdreifachte sich also seit der Jahrtausendwende. Ein großer Teil dieses Plastiks landet in der Umwelt und wird über Flüsse letztlich ins Meer gespült.

Schätzungen zufolge schwimmen an der Meeresoberfläche ca. 250.000 Tonnen an Plastik, von großen Plastikfolien, PET-Flaschen bis zu Mikroplastik, das aus Kosmetika und anderen Produkten unseres täglichen Lebens stammt. Verloren gegangene Fischereinetze und anderes Plastik sinken zum Meeresboden ab.

Auswirkung des Plastiks auf den Stoffwechsel

Plastik prägt unser tägliches Leben. Ein großer Teil des Plastiks, das wir mit den täglich benötigten Produkten kaufen, ist Verpackungsmaterial. Nur einmal verwendet, wird es entsorgt, aber leider auch vielfach achtlos weggeworfen. So landet es in der Umwelt und letztlich im Meer. Erhebliche Mengen an Plastik unterschiedlicher Größe wurden in den Mägen von Fischen und Meeressäugern gefunden.

Selbst in den tiefsten Stellen des Meeres, dem Mariannengraben in 11 km Tiefe, wurde Einwegplastik gefunden. Plastik im Meer beeinflusst nicht nur Meeressäuger, Meeresvögel und Fische: Auch kleine Planktonorganismen nehmen Plastik auf. So kann tierisches Plankton wie kleine Krebse, Mikroplastik mit seiner eigentlichen Nahrung verwechseln: dem pflanzlichen Plankton.

Selbst die kleinsten Plankton-Organismen, die Bakterien, sind von den Kunststoffresten im Meer betroffen. Die Auswirkungen von Plastik und die im Plastik enthaltenen Weichmacher und andere Zusatzstoffe auf Basis der marinen Nahrungsnetze sind aber überraschenderweise wenig studiert. Wissenschaftler der Universität Wien untersuchten nun die Besiedlung von Plastik durch Mikroben und erforschen den Einfluss von Plastik und dessen Inhaltsstoffen auf die Aktivitäten und Stoffwechsel von Bakteriengemeinschaften des Meeres.

Ergänzendes zum Thema
 
Mikroplastik

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