Polymerkapseln, die sich selbst entsorgen (Wissenschaftsbild des Tages)
Forscher am Babraham Institute haben ein neues 3D-Kulturmodell entwickelt, das die menschliche Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) nachahmt. Dieses System ermöglicht es, die entscheidenden Interaktionen zwischen dem Embryo und dem Endometrium während der Implantation zu untersuchen. Durch die Verwendung von gespendetem Endometriumgewebe und der Isolation essenzieller Zelltypen konnten die Wissenschaftler eine biologisch präzise Nachbildung erstellen.
In Experimenten mit menschlichen Embryonen beobachteten die Forscher, dass diese die erwarteten Phasen der Implantation durchliefen und begannen, wichtige Schwangerschaftsmarker wie hCG zu produzieren.
Die Erkenntnisse aus diesem Modell könnten dazu beitragen, die Ursachen von Unfruchtbarkeit und frühen Schwangerschaftskomplikationen besser zu verstehen. Darüber hinaus ermöglicht das Modell die Untersuchung individueller Reaktionen des Endometriums auf den Embryo, was letztlich zu verbesserten Behandlungsansätzen führen könnte.
Das Bild zeigt ein Mikroskopiebild eines 14 Tage alten menschlichen Embryos, der in das neue Endometrium-Modell implantiert wurde. Die hellblauen Zellen in der Mitte des Bildes sind unspezialisierte Epiblastenzellen, aus denen später alle Gewebe des Körpers entstehen. Die orangefarbenen Zellen sind Trophoblastenzellen, die später die Plazenta bilden werden. Die blauen Zellen, die den Embryo umgeben, sind Endometriumzellen, die die Implantation und das Wachstum des Embryos unterstützen.
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Wissenschaftsbild des Tages vom 13.1.2026 (Bild: Matteo Molè at the Babraham Institute)

