Polymerkapseln, die sich selbst entsorgen (Wissenschaftsbild des Tages)
Eine japanische Forschungsgruppe hat es geschafft, menschliche neuronale Schaltkreise in vitro nachzubilden, indem sie Miniaturorgane, sogenannte Assembloide, verwendet hat. Diese Organe stammen aus induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen). Bei dieser Forschung wurde festgestellt, dass der Thalamus eine wichtige Rolle bei der Bildung von neuronalen Schaltkreisen im menschlichen Kortex spielt.
Das Forschungsteam kombinierte Organoide des Kortex und des Thalamus, um deren Interaktionen zu untersuchen. Dabei fanden sie heraus, dass Nervenverbindungen zwischen diesen Bereichen ähnlich funktionieren, wie im menschlichen Gehirn und dass diese Interaktionen das Wachstum und die Reifung des Kortex unterstützen.
Außerdem analysierten sie die neuronale Aktivität in verschiedenen Neuronen des Kortex. Ihre Ergebnisse legen nahe, dass Eingaben vom Thalamus die Bildung von synchronisierten Netzwerken fördern. Diese Forschung könnte helfen, die Grundlagen neurologischer und psychiatrischer Störungen besser zu verstehen und neue Therapien zu entwickeln. Die Studie ist besonders wichtig für das Verständnis von Störungen wie Autismus, bei denen die neuronalen Verbindungen im Kortex gestört sind.
Bild: Axone im Thalamus (pink) erstrecken sich in Richtung des Kortex, während jene im Kortex (grün) in Richtung des Thalamus wachsen, 14 Tage nach der Fusion.
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Wissenschaftsbild des Tages vom 18.12.2025 (Bild: Fumitaka Osakada)

