Polymerkapseln, die sich selbst entsorgen (Wissenschaftsbild des Tages)
Seit Jahrhunderten berichten Seeleute von den mysteriösen "milchigen Meeren", gigantischen leuchtenden Meeresflächen, die Nächte erhellen und bis zu 100.000 Quadratkilometer umfassen können. Dieses seltene biolumineszente Phänomen ist besonders im Indischen Ozean verbreitet, wo es jedoch aufgrund seiner Abgelegenheit selten beobachtet wird.
Der genaue Ursprung dieses seltenen Spektakels ist bis heute weitgehend unbekannt. Jedoch vermuten Wissenschaftler, dass leuchtende Bakterien, insbesondere Vibrio harveyi, eine bedeutende Rolle spielen könnten. Diese Bakterien leben möglicherweise auf der Oberfläche von Algenblüten und erzeugen durch ihre Aktivität das charakteristische Leuchten. Um mögliche Vorhersagen für das Auftreten des Meeresphänomens zu treffen, hat die Colorado State University eine Datenbank mit Sichtungen der letzten 400 Jahre erstellt. Die Datenbank kombiniert Berichte von Seeleuten und Satellitendaten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Sichtungen oft mit klimatischen Phänomenen wie dem Indian Ocean Dipole und der El-Niño-Southern Oszillation zusammenhängen. Die Forscher hoffen, durch das Sammeln von Daten vor Ort neue Erkenntnisse über die biologische und chemische Zusammensetzung dieser Meere und deren Auswirkungen auf das Ökosystem zu gewinnen.
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Wissenschaftsbild des Tages vom 17.4.2025 (Bild: S. Haddock, MBARI)

