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Schmetterlinge Populationen der Wiesen-Schmetterlinge in Europa halbiert

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Die Zahl der Schmetterlinge auf Europas Wiesen hat sich zwischen 1990 und 2011 dramatisch reduziert. Ursache dafür seien die Intensivierung der Landwirtschaft und ein Mangel an angemessen gemanagten Grünlandökosystemen, heißt es in einem kürzlich veröffentlichten Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA .

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(Bild: Chris van Swaay, Dutch Butterfly Conservation)

Leipzig – Auch wenn jetzt die Zeit der blühenden Wiesen ist, und man neben Bienen und anderen Insekten derzeit viele Schmetterlinge auf den Pflanzen sieht: Die Europäischen Umweltagentur EEA beschreibt in einem aktuellen Bericht ein eher düsteres Szenario für diese Insektenart. So hat sich die Zahl der Schmetterlinge auf Europas Wiesen in den letzten zwei Jahrzehnten halbiert. Der Rückgang der Grünlandarten ist besonders besorgniserregend, so der Bericht, weil diese Schmetterlinge als repräsentative Indikatoren gelten, die Trends für die meisten anderen terrestrischen Insektenarten aufzeigen, die zusammen zwei Drittel aller Arten auf dem Planeten ausmachen.

Das heißt, Schmetterlinge sind nützliche Zeigerarten für den Zustand der Biodiversität und der generellen Gesundheit der Ökosysteme. 17 Schmetterlingsarten wurden jetzt im „European Butterfly Grassland Indicator: 1990-2011“ näher untersucht. Von den 17 Arten sind acht in Europa zurückgegangen. Lediglich bei zwei Arten sind die Populationen stabil geblieben und nur eine hat zugenommen. Für sechs Arten war kein eindeutiger Trend zu erkennen.

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In den Report sind die Daten des Tagfalter-Monitoring Deutschlands mit eingeflossen, das vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) wissenschaftlich betreut wird. UFZ-Wissenschaftler haben zudem an der Auswertung der Populationstrends mitgearbeitet. Zu den Arten, die untersucht wurden, gehört der Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus), der deutlich zurückgegangen ist, der Aurorafalter (Anthocharis cardamines), der seit 1990 stabil zu sein scheint, und der Mattscheckige Braun-Dickkopffalter (Thymelicus acteon), dessen Entwicklung über die letzten zwei Jahrzehnte unsicher ist.

„Dieser dramatische Rückgang an Grünlandschmetterlingen sollte die Alarmglocken läuten lassen. Generell schrumpfen auch die Wiesen in Europa. Wenn wir es nicht schaffen, diese Lebensräume zu erhalten, könnten wir viele dieser Arten für immer verlieren. Wir müssen uns der Bedeutung von Schmetterlingen und anderer Insekten bewusst werden, denn deren Populationen sind entscheidend für natürliche Ökosysteme und auch für die Landwirtschaft“, sagt Hans Bruyninckx, Direktor der Europäischen Umweltagentur (EEA).

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