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Stärkegehalt nach Bedarf?
Das Protein PTST kommt indes nicht nur in der Ackerschmalwand vor. Es ist entwicklungsgeschichtlich konserviert; das heißt, es entstand im Laufe der Evolution der Pflanzen schon früh, blieb in den neu entstehenden Arten erhalten und veränderte sich seither kaum. So kommt es denn auch in vielen Pflanzen vor, unter anderem in verschiedenen Getreidearten. Welche Rolle es dort spiele, müsse noch geklärt werden, sagt Zeeman. „Diese Entdeckung zeigt uns dennoch einen möglichen Weg auf, mit dem wir den Amylose-Gehalt in Nutzpflanzen bedarfsgerecht regulieren können“, sagt der Pflanzenwissenschaftler.
Die neue Erkenntnis könnte dereinst dazu genutzt werden, um reine Amylose für industrielle Anwendungen zu erzeugen. Amylose kann als Lebensmittelzusatz zur Gelierung von Saucen oder Puddings sowie zur Produktion von biologisch abbaubaren Verpackungen genutzt werden. Dies sei der Grund dafür, weshalb sie ihre Entdeckung mit einem Patentantrag, den sie über ETH Transfer stellten, schützen.
Die spezielle Funktion von PTST entdeckte David Seung während seiner Doktorarbeit. Der Australier erhielt zuvor einen ETH Excellence Scholarship, was ihm ermöglichte, für seine Masterausbildung nach Zürich zu kommen.
Literaturhinweis: Seung D, Soyk S, Coiro M, Maier BA, Eicke S, Zeeman SC: Protein Targeting to Starch is Required for Localising Granule-Bound Starch Synthase to Starch Granules and for Normal Amylose Synthesis in Arabidopsis, Plos Biology, 24. Februar 2014
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