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Eberhard-Gerstel-Preis Publikation zur Hydrophilen-Interaktionschromatographie ausgezeichnet

Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

Der erstmals auf der Analytica 2010 verliehene Eberhard-Gerstel-Preis ging an Dr. Jens Künnemeyer von der Universität Münster. Der junge Nachwuchswissenschaftler veröffentlichte eine neue Methode der ICP-MS-gekoppelten Hydrophilen Interaktionschromatographie, mit der sich Gadolinium-basierte Kontrastmittel unter anderem in Wasserproben sensitiv und effizient nachweisen lassen.

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Klaus Bischoff, Vorsitzender des AK Separation Science der GDCh, überreicht den Eberhard-Gerstel-Preis im Rahmen der Analytica Conference an Dr. Jens Künnemeyer.
Klaus Bischoff, Vorsitzender des AK Separation Science der GDCh, überreicht den Eberhard-Gerstel-Preis im Rahmen der Analytica Conference an Dr. Jens Künnemeyer.
( Bild: LaborPraxis )

München/Münster – Der in diesem Jahr erstmals ausgelobte Eberhard-Gerstel-Preis ging an den Nachwuchswissenschaftler Dr. Jens Künnemeyer vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Universität Münster. Der Preis wurde am zweiten Messetag gemeinsam durch Gerstel sowie dem Arbeitskreis (AK) Separation Science der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) im Rahmen der Analytica Conference verliehen. Dr. Jörg Künnemeyer (Jahrgang 1979) erhielt die Auszeichnung für seine herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der ICP-MS-gekoppelten Hydrophilen Interaktionschromatographie (HILIC). Künftig soll der mit 2000 Euro dotierte Preis für eine herausragende Publikation auf dem Gebiet der analytischen Trenntechnik alle zwei Jahre ausgelobt werden.

HILIC/ICP-MS-Methode spürt Kontrastmittel in Abwässern auf

Die ausgezeichnete Publikation verfasste Dr. Künnemeyer basierend auf den Ergebnissen der Arbeiten im Rahmen seiner Promotion bei Prof. Dr. Uwe Karst. Auf der Suche nach einer spezialisierten und effizienten Trenntechnik, mit der sich Gadolinium- (Gd) basierte Kontrastmittel u.a. in Abwasserproben nachweisen lassen, entwickelte Künnemeyer eine ICP-MS-gekoppelte HILIC-Methode. Gd-basierte Kontrastmittel kommen u.a. bei Patienten mit Nierenerkrankungen wie Niereninsuffizienz im Rahmen von Kernspintomographischen Untersuchungen (MRT) zum Einsatz. Freies Gadolinium ist akut toxisch. In den zugelassenen Kontrastmitteln liegt es in komplexierter Form vor und ist so im Allgemeinen gut verträglich, kann aber insbesondere bei Patienten niereninsuffizienten Patienten zu erheblichen Nebenwirkungen führen. Neben diesem Aspekt interessierte sich Dr. Künnemeyer vor allem auch für die Frage, ob die Gadolinium-Komplexe nach ihrer Ausscheidung über die Patienten in Abwässern und Kläranlagen nachweisbar bleiben oder ob ein Abbau stattfindet. Ersteres könnte bedeuten, dass sich toxische Gd-basierte Komplexe in der Umwelt anreichern könnten. Mithilfe der von ihm entwickelten HILIC/ICP-MS-Methode gelang Künnemeyer der Nachweis, dass die Gd-basierten Kontrastmittel auch in undissoziierter Form im Abwasser in der Nähe des Münsteraner Klinikums sowie in der Kläranlage vorhanden sind.

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