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Quartalsbericht 2/2025 Härtetest für Chemiebranche: Erholung verschiebt sich erneut

Quelle: Pressemitteilung VCI 2 min Lesedauer

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Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie hat im zweiten Quartal 2025 einen empfindlichen Rückschlag erlitten. Produktion, Umsätze und Preise gingen zurück, die Auslastung fiel auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahrzehnten. Eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht.

Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie kämpft im zweiten Quartal 2025 mit einem deutlichen Produktionsrückgang, schwacher Nachfrage und historisch niedriger Auslastung.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie kämpft im zweiten Quartal 2025 mit einem deutlichen Produktionsrückgang, schwacher Nachfrage und historisch niedriger Auslastung.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Das zweite Quartal 2025 verlief für die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie insgesamt enttäuschend. Produktion, Umsatz und Preise gingen – teilweise deutlich – zurück. Im Inlandsgeschäft blieb die erhoffte Trendwende aus. Der Auftragsmangel verschärfte sich sogar. Viele Kunden aus der Industrie drosselten ihre Produktion und hielten sich mit Chemikalienbestellungen zurück. Das Auslandsgeschäft von Chemie und Pharma war ebenfalls rückläufig. Der Rückgang war hier dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) zufolge allerdings absehbar: Zu Jahresbeginn kam es im wichtigen US-Geschäft zu Vorzieheffekten. Die Ausfuhren wurden in Erwartung von Zöllen vorübergehend hochgefahren.

Wie schwierig die derzeitige Lage der Branche ist, zeigt sich bei der Kapazitätsauslastung. Sie brach im zweiten Quartal kräftig ein und erreichte nur noch 71,7 % – der niedrigste Wert seit 1991. Damit blieb die Auslastung weit unter der Rentabilitätsschwelle. Eine Besserung ist kurzfristig nicht in Sicht. Die Geschäftserwartungen haben sich definitiv eingetrübt.

VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup kommentiert: „Das zweite Quartal war für die Chemie ein weiterer Härtetest. Schwache Nachfrage, sinkende Umsätze und eine Produktion weit unter Vorkrisenniveau – so sieht derzeit die Realität in unserer Branche und auch in weiten Teilen der deutschen Industrie aus. Geopolitische Krisen und politischer Zickzack zündeln an der Wirtschaft. Die Unsicherheit in Chemie- und Pharmaunternehmen ist riesig und lähmt das Geschäft. Die Feuerwehreinsätze des Kanzlers auf internationalem Parkett waren richtig und wichtig. In den zweiten 100 Tagen muss die Regierung die versprochene spektakuläre Aufholjagd starten. Nehmt gemeinsam die Schaufel in die Hand und baut den riesigen Bürokratieberg und die strukturellen Defizite am Standort ab. Jetzt zählt nur Handeln – mutig, schnell, entschlossen.“

Die Zahlen im Überblick

Trotz des Rückschlags hält der VCI an seiner Prognose fest: Die Produktion der Chemie- und Pharmaindustrie stagniert im Gesamtjahr 2025. Für die Chemie wird ein Rückgang von 2 % erwartet. Bei rückläufigen Preisen dürfte der Gesamtumsatz der Branche um 1 % auf dann 221 Milliarden Euro sinken. Weder im Inlands- noch im Auslandsgeschäft zeichnet sich derzeit eine Trendwende ab.

Die Produktion sank im zweiten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorquartal kräftig um 3,8 %. Sie lag damit 3,1 % niedriger als ein Jahr zuvor. Die Kapazitätsauslastung brach auf 71,7 % ein.

Die Erzeugerpreise gerieten zunehmend unter Druck. Im Vergleich zum Vorquartal sanken die Preise der Branche um 0,6 %. Damit waren sie 0,2 % günstiger als ein Jahr zuvor.

Der Gesamtumsatz der Chemie- und Pharmaindustrie sank im Vergleich zum Vorquartal um 5,2 %. Mit einem Wert von 52,2 Milliarden Euro lag er 2,7 % niedriger als zwölf Monate zuvor.

Diese Meldung wurde zuerst auf unserem Schwesterportal PROCESS veröffentlicht.

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