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Photometrie Schnelle photometrische Analytik in der Getränkeindustrie

Autor / Redakteur: Silvia Fischer* / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Schnelle Reaktionszeiten sind vor allem in der produktionsnahen Analytik enorm wichtig. Ein Analysesystem von Olympus liefert getränkespezifische Parameter innerhalb von fünf Minuten. Bis zu 300 photometrische Tests sind pro Stunde möglich.

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1 Im Jahr 2006 haben die Henkell & Söhnlein Sektkellereien 133 Millionen Flaschen Sekt verkauft.
1 Im Jahr 2006 haben die Henkell & Söhnlein Sektkellereien 133 Millionen Flaschen Sekt verkauft.
( Archiv: Vogel Business Media )

Gerade in der Lebensmittel- und Getränkeanalyse steigen dank technologischer Weiterentwicklung die Kontrollmöglichkeiten und das Qualitätsbewusstsein der Verbraucher sowie die gesetzlichen Anforderungen. Produktionskontrolle und Rohstoffüberwachung gehören zu den Zukunftsmärkten, die für die Hersteller von Analysegeräten immer wichtiger werden.

Der Unternehmensbereich Analytical Technology von Olympus hat aus diesem Grund sein Portfolio für die Lebensmittelindustrie erweitert. Ausschließlich für die Lebensmittel- und Getränkeanalytik wurde das System AT200 entwickelt. Für größere Labors in diesem Bereich sind die Systeme AU400 und AU680 geeignet.

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Getränkeindustrie als Startpunkt für neues Analysesystem

Von Sekt- und Weinkellereien über Saftfabrikanten bis zu Lebensmittel- und Forschungslabors reicht die Spanne potenzieller Nutzer. Damit ergeben sich zwangsläufig höchst unterschiedliche Anforderungen an einen Analyser. Als Tischgerät ist der AT200 für kleinere und mittlere analytische Labors konzipiert. Durch variable Temperatureinstellung, flexible Inkubationszeit und die Programmierung von bis zu zehn Reagenzien per Test lassen sich fast alle manuellen Tests auf dem AT200 applizieren. Je nach Kundenwunsch können für die Optik 5x6-Quarzglas- oder Kunststoff-Küvetten bestellt werden. Da es sich nicht um Einmalküvetten handelt, entfällt ein Kostenfaktor. Hinzu kommt die Möglichkeit, zwei Testergebnisse aus einem Reaktionsansatz zu ermitteln (Glukose und Fruktose). Mit einem Durchsatz von maximal 300 photometrischen Tests pro Stunde liefert der AT200 erste Messergebnisse innerhalb von fünf Minuten. In direktem Messwertzugriff verfügt er über 35 gekühlte Reagenzpositionen.

Für mittleren bis großen Probendurchsatz hingegen hat die Olympus-AU-Familie zwei Systeme: den AU400 und den AU680. Mit einem Durchsatz von maximal 400 bzw. 800 photometrischen Tests pro Stunde liegen erste Messergebnisse innerhalb von rund neun Minuten vor. Der AU400 hat 76 und der AU680 108 gekühlte Reagenzpositionen direkt im Zugriff. Mit dem AU680 besteht zusätzlich die Möglichkeit, drei Reagenzien pro Test zu pipettieren. Sowohl die AU-Geräte wie auch der AT200 sind mit frei konfigurierbaren Bedieneroberflächen ausgestattet. Über einen Touchscreen haben die Nutzer direkten Zugriff auf alle wichtigen Funktionen.

Zu den Geräten bietet Olympus flüssigstabile Reagenzien, die nach Kundenwunsch neu entwickelt werden. Methoden, die früher nur kompliziert und mit hohem Aufwand bestimmt werden konnten, wurden automatisiert. Für die Weinanalytik wurde z.B. flüssigstabile Weinsäure als Reagenz entwickelt. Auch zahlreiche lebensmittelspezifische Parameter stehen sowohl „Ready to Use“, aber auch als Konzentrate zur Verfügung. Neben Geräten und Materialien bietet Olympus zudem einen umfassenden Service mit verschiedenen Stufen.

Qualitätskontrolle von moussierenden Weinen

Die Henkell & Söhnlein Sektkellereien KG ist eine führende Unternehmensgruppe für moussierende Weine. Seit mehreren Jahren setzt das Unternehmen auf die Diagnostik-Analyser von Olympus. Dazu Laborleiter Patrick Lexis aus dem Bereich Qualitätssicherung des Unternehmens: „Aus Kapazitätsgründen wurde Ende 2006 ein AU400 angeschafft. Ohne dass wir manuell eingreifen müssen, sorgt das intelligente Samplemanagement für hohe Probendurchsätze. Funktionen wie zum Beispiel Barcodierung inklusive bidirektionaler Kommunikation mit dem Laborinformationssystem, eine automatische Probenverdünnung oder die integrierte Prüfmittelüberwachung sind sehr nützlich.“ Diese ermögliche laut Lexis, in Arbeitsspitzen einen besseren Überblick in der Produktion zu behalten. Außerdem reduziere der hohe Automationsgrad die Kosten und erhöhe die Präzision gegenüber den klassischen nasschemischen Verfahren.

Schon seit dem Jahr 2003 setzt Henkell & Söhnlein auf die Technik von Random-Access-Automaten. Die Zuverlässigkeit, hohe Effizienz und die stetig steigende Verfügbarkeit von flüssigstabilen Reagenzlinien dieser Gerätefamilie ließen den Vorteil gegenüber anderen Methoden schnell anwachsen und die Messung der weinanalytischen Parameter stetig erweitern.

Henkell-Mitarbeiter Lexis resümiert: „Seit 2006 haben wir durch und mit Olympus kontinuierlich an der Weiterentwicklung von weinanalytischen Methoden gearbeitet.“

Erweiterung der Applikationen auf andere Branchen

Für die Wein- und Saftindustrie kann Olympus sowohl für den AT200 und den AU400/680 fast alle Anwendungen anbieten. Weitere Schwerpunkte von Olympus sind derzeit die Milch- und Fleischindustrie sowie die Herstellung von Süßwaren. Allerdings sind auch thematisch weiter entfernte Fachbereiche offen für die neuen Plattformen, da das Analyseprinzip sehr breit eingesetzt werden kann. So ist beispielsweise der Einsatz der Plattformen in der Umweltanalytik für Boden- oder Wasseranalysen, in der Veterinärmedizin oder in Forschungslabors möglich.

*S. Fischer, Olympus Deutschland GmbH, 20034 Hamburg

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