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Richtig Pipettieren

Zehn Fehler beim Pipettieren und wie man sie verhindert

| Autor / Redakteur: Peter Pfeiffer und Roman Klinkner* / Dr. Ilka Ottleben

Abb. 1: Exaktes Pipettieren ist entscheidend für richtige und reproduzierbare Analysenergebnisse.
Abb. 1: Exaktes Pipettieren ist entscheidend für richtige und reproduzierbare Analysenergebnisse. (Bild: © Digital_Zombie - stock.adobe.com)

Pipettieren kann jeder, der im Labor arbeitet. Ist das wirklich so? Oder meint nicht vielmehr jeder, richtig pipettieren zu können? Worauf es beim Pipettieren wirklich ankommt und wie sich richtige und reproduzierbare Ergebnisse erhalten lassen, erfahren Sie in unserer Artikelserie. Teil 1: Was Sie schon immer über das Pipettieren wissen wollten.

Kaum eine Tätigkeit ist in Laboren so allgegenwärtig wie das Pipettieren. Vielleicht ein Grund, warum dieser vermeintlich einfachen Aufgabe mitunter recht wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird. Dabei ist sie entscheidend für richtige und reproduzierbare Analysenergebnisse und – es lauern viele Fallstricke. Worauf also ist zu achten? Reicht es, die Pipetten regelmäßig zu kalibrieren? Pipettiere ich wirklich richtig oder was sollte ich an meiner Technik verbessern?

Der erste Teil unserer Artikelserie beschreibt wichtige Grundlagen zu Pipettenarten, ihren Einsatzmöglichkeiten und verschiedenen Pipettiertechniken.

Grundlegende Pipettenarten

Einwegpipetten aus Kunststoff oder aus Glas (Pasteurpipetten) sind für das Transferieren von Flüssigkeiten geeignet. Sie sind günstig in der Anschaffung, erlauben jedoch keine genaue Abmessung des pipettierten Volumens. Eine sehr genaue Volumendosierung ermöglichen die klassischen Glasgeräte wie Mess- und Vollpipetten. Sie sind aber wiederum für kleine Volumina ungeeignet und etwas sperrig im Handling. Volumina über 1 ml lassen sich mit Vollpipetten aus Glas am genauesten pipettieren. Im Mikroliterbereich sollte man hingegen Kolbenhubpipetten verwenden, um präzise Ergebnisse zu erzielen. Diese auch als Marburg-, Mikro- oder Mikroliterpipetten bekannten Pipetten haben sich als Standardwerkzeug in den Laboren etabliert. Kolbenhubpipetten ermöglichen eine bequeme, schnelle und genaue Dosierung insbesondere im Mikroliterbereich.

Wesentliches Konstruktionsmerkmal von Kolbenhubpipetten ist ein beweglicher Kolben mit Feder. Der durch die Bewegung des Kolbens entstehende Hub kann bei Kolbenhubpipetten mit variablem Volumen vom Anwender eingestellt werden und ermöglicht so das schnelle und genaue Pipettieren eines definierten Volumens – meist im Bereich von 10 bis 100% des so genannten Nennvolumens. Kolbenhubpipetten existieren in zwei wesentlichen Bauformen: als Direktverdränger und als Luftpolsterpipette.

Der Direktverdränger hat die einfachste Bauform. Über die Bewegung des Kolbens wird, ähnlich wie bei einer Spritze, das zu pipettierende Medium angezogen; das Medium kommt dabei direkt mit dem Kolben in Kontakt.

Ergänzendes zum Thema
 
LP-Tipp – Welche Pipette, wofür geeignet?

Bei der Luftpolsterpipette befindet sich zwischen dem beweglichen Kolben und dem pipettierten Medium ein Luftpolster; das Medium selbst kommt nur mit der Pipettenspitze in Kontakt. Bei wässrigen Medien und Wechsel zwischen verschiedenen Flüssigkeiten sind sie die Pipetten der Wahl.

Luftpolsterpipetten sind die am weitesten verbreitete Bauform. Sie existieren auch als Mehrkanal-Varianten und erleichtern als solche das Pipettieren von Mikro­titerplatten. Weit verbreitet sind 8-Kanal- aber auch 12-Kanal-Pipetten.

Alle hier genannten Pipetten werden ebenso wie Dispenser, Pipettierroboter, Titretten, Pipettierhilfen etc. oft auch unter dem Begriff „Liquid Handling“ zusammengefasst.

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