Das aktuelle VUP-Konjunkturbarometer für das erste Halbjahr 2026 zeigt eine Laborbranche im Warte-Modus: Auftragslage, Umsatzerwartung und Investitionsplanung verharren auf niedrigem Niveau. Lichtblick ist die IT – zwei von drei Laboren planen dort höhere Ausgaben. Die Details zu den Ergebnissen der aktuellen Umfrage lesen Sie hier.
Die Stimmung im Laborsektor bleibt auch 2026 verhalten. Mehr Infos gibt das Konjunkturbarometer des VUP (Symbolbild).
(Bild: frei lizenziert, Jakub Żerdzicki / Unsplash)
Seit 2018 erhebt der deutsche Verband unabhängiger Prüflaboratorien (VUP) ein Stimmungsbild unter Prüf- und Kalibrierlaboratorien. Die Ergebnisse spiegeln die volatile wirtschaftliche und politische Lage wider.
Das aktuelle VUP-Konjunkturbarometer aus dem ersten Halbjahr 2026 zeigt nur wenig Entwicklung der Stimmungslage in der Laborbranche. Während sich die aktuelle Auftragslage minimal verbessert hat auf +0,1 (auf einer Skala von -2 bis +2), ist die erwartete Auftragslage für das kommende Halbjahr zurückgegangen von +0,2 im November 2025 auf jetzt 0. Sprich: Es wird keine Verbesserung, aber auch keine Verschlechterung erwartet.
Die Bewertung der Investitionsplanung fällt zum dritten Mal in Folge mit durchschnittlich +0,2 minimal positiv aus.
Insgesamt ist die Stimmungslage im Laborsektor sehr verhalten, bleibt aber immerhin seit 2023 im leicht positiven Bereich – und dass trotz anhaltender multipler Krisen. Dies kann durchaus als Zeichen für eine resiliente Branche gewertet werden.
IT boomt, bei Werbung und Immobilien wird gespart
Wirft man einen genaueren Blick auf die Investitionsplanung, zeigen sich einmal mehr deutliche Unterschiede in den einzelnen Bereichen. So gehen die geplanten Investitionen bei Werbemaßnahmen und im Immobilienbereich deutlich zurück. Beide werden nur noch mit -0,3 auf der Skala von +2 bis +2 bewertet. Dies zeigt den Sparwillen – oder Sparzwang – vieler Unternehmen an. Selbst die Anschaffung von Analysetechnik tendiert mit einer Bewertung von nur noch +0,2 auf der Skala bereits in diese Richtung (zum Vergleich: im Herbst 2025 gaben die Labore hier mit +0,4 noch ein positiveres Urteil ab).
Das krasse Gegenteil zum Spar-Trend stellen Investitionen in die IT-Umgebung dar. Hier sind Labore noch bereit, vermehrt Ausgaben zu tätigen und aufzustocken: Die Digitalisierungsinvestitionen werden mit +0,7 deutlich positiv bewertet – zwei von drei Laboren planen, mehr oder deutlich mehr in diesem Bereich zu investieren.
Die folgende Grafik fasst die Investitionsbereitschaft in den vier abgefragten Bereichen zusammen.
Konjunkturaussichten bleiben durchwachsen
Bei der Auftragslage hat sich die Stimmung insgesamt weiter eingetrübt: Während noch 34 % der Befragten die aktuelle Auftragslage als positiv bewerten, schätzen bereits 25 % der VUP-Mitglieder diese als negativ ein. Insgesamt ergibt sich so der Skalenwert von +0,1 (auf der Skala von -2 bis +2).
Auch der Blick in die Zukunft ist überwiegend ernüchternd. Die Mehrheit (39 %) der befragten Labore erwartet in den kommenden sechs Monaten stagnierende Konjunkturaussichten. Knapp ein Drittel rechnet sogar mit einer leichten Verschlechterung der Auftragslage.
Die durchschnittliche Umsatzerwartung tendiert in die gleiche Richtung: So geben fast 94 % der Teilnehmenden an, stagnierende oder nur leicht verbesserte Umsätze in den kommenden sechs Monaten zu erwarten.
Die privatwirtschaftliche Laborbranche bestätigt damit etwas zeitversetzt den gesamtwirtschaftlichen Trend, der durch die langsame Erosion einst bedeutender Branchen sichtbar wird. Trotzdem geben die Daten auch verhaltenen Grund zum Optimismus, denn eine signifikant negative Entwicklung ist nicht zu erkennen.
Das VUP-Konjunkturbarometer wird halbjährlich unter Prüf- und Kalibrierlaboratorien erhoben. Mehr dazu und zu den Ergebnissen der letzten Ausgaben des VUP-Konjunkturbarometers sind auf der Webseite des deutschen Verbandes unabhängiger Prüflaboratorien zu finden. Die Zusammenfassung der vorigen Konjunkturbarometer finden Sie auch in den hier gelisteten Beiträgen:
Stand: 08.12.2025
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