Die deutsche Wirtschaft ächzt, und auch im Laborsektor hakt es. Der verhaltene Optimismus aus dem Frühjahr ist weitgehend verpufft. Welche Marktsegmente sich trotz angespannter Lage gut entwickeln, zeigt das aktuelle Konjunkturbarometer des deutschen Verbandes unabhängiger Prüflaboratorien.
Die Stimmung hat sich eingetrübt – dieses Ergebnis bringt das aktuelle VUP-Konjunkturbarometer für das zweite Halbjahr 2025 (Symbolbild).
Seit 2018 erhebt der deutsche Verband unabhängiger Prüflaboratorien (VUP) ein Stimmungsbild unter Prüf- und Kalibrierlaboratorien. Darin fragt er halbjährlich Daten zu Auftragslage und Investitionsbereitschaft seiner Mitgliedslaboratorien ab. Die Ergebnisse spiegeln die volatile wirtschaftliche und politische Lage wider und schwanken dementsprechend mal stärker und mal schwächer.
Wirtschaftliche Unsicherheit dämpft Erwartungen
In der neuesten Erhebung zum November 2025 geht der Trend nun wieder nach unten, die angespannte wirtschaftliche Situation in Deutschland zeigt deutliche Spuren. Statt des Optimismus vom Frühjahr ist wieder Zurückhaltung eingekehrt. War die Situation im Mai dieses Jahres noch mit einer 0,3 (auf einer Skala von -2 bis +2) verhalten positiv, ist die aktuelle Auftragslage nun wortwörtlich am Nullpunkt angelangt, sprich bei 0. Bereits 25 % der Mitglieder schätzen diese sogar als negativ ein. Das ist die schlechteste Bewertung seit November 2022, als die „aktuelle Situation“ mit -0,2 sogar im Mittel negativ bewertet wurde.
Die erwartete Entwicklung der künftigen Auftragssituation wird mit 0,2 zwar noch leicht positiv eingeschätzt, ist aber im Vergleich zur Frühjahrs-Umfrage dieses Jahres ebenfalls rückläufig (im Mai lag der Wert noch bei 0,4 und war damit etwas optimistischer). Knapp ein Drittel der Befragten sieht eine Verschlechterung der Auftragslage auf sich zukommen. Diese Ergebnisse spiegeln die allgemeine wirtschaftliche Verunsicherung in Deutschland wider.
Trotz allem sehen weiterhin 45 % der Befragten die Entwicklung der kommenden sechs Monate immer noch verhalten positiv. Die durchschnittliche Umsatzerwartung tendiert in die gleiche Richtung: So geben fast 92 % der Teilnehmenden an, leicht bessere Umsätze in den kommenden sechs Monaten zu erwarten. Auch bei der Investitionsplanung zeigt sich ein verhalten positives Ergebnis in der Umfrage, das seit zwei Jahren relativ konstant bei 0,2 liegt (+/- 0,1).
Gewinner und Verlierer – die Marktsegmente im Detail
Für die einzelnen Marktsbereiche ergibt sich ein sehr uneinheitliches Bild der Auftragslage für die nächsten sechs Monate. Im Folgenden sind die einzelnen Felder und deren Bewertung der Auftragslage aufgelistet (inklusive der Veränderung zur Frühjahrsumfrage 2025):
Den größten Zuwachs verzeichnet der Bereich Verbraucherschutz- und Lebensmittelanalytik, hier wird die Auftragslage zum Ende des Jahres 2025 am besten bewertet mit 0,7 statt 0,4 im Frühjahr. Die Segmente Umweltanalytik und Medizinprodukte bewegen sich etwa auf dem gleichen, leicht positiven Niveau wie im Mai 2025.
Deutliche Rückgänge zeigen sich hingegen bei der pharmazeutischen Analytik (von 0,4 auf 0,1) sowie dem Bereich Physikalische Messungen & Kalibrierwesen. Letzterer ist von einer neutralen Bewertung im Frühjahr (0) auf eine leicht negative Einschätzung von -0,3 abgefallen. Die erwartete Auftragslage in der Industrieanalytik verzeichnet einen noch stärkeren Rückgang und ist von 0,3 auf nun -0,1 gefallen.
Lichtblick Investitionsbereitschaft
Obgleich sich die aktuelle Situation als schwierig darstellt, setzen die Labore überwiegend ein positives Zeichen für die Zukunft. Denn in puncto Investitionsbereitschaft bleiben sie zuversichtlich. Diese hält sich branchenübergreifend auf dem leicht positiven Niveau von Mai 2025 mit einem Gesamtwert von 0,2 auf der Bewertungsskala von -2 bis +2. Den stärksten Bereich bildet nach wie vor IT und Digitalisierung: 74 % der befragten Labore wollen ihre Investitionen in IT-Technologie ausweiten und nur zwölf Prozent geben an, weniger investieren zu wollen. Auch in Analysetechnik wollen 60 % der Befragten mehr investieren als bisher.
Zurückhaltender zeigen sich die Labore bei Immobilieninvestitionen: Hier halten sich zunehmende und abnehmende Investitionsplanungen etwa die Waage: 36 % planen mehr und 33 % weniger Investitionen. Ein ähnlich ausgewogenes Bild ergibt sich für den Bereich Werbung und Public Relations, wobei hier über die Hälfte der Befragten angibt, dass die Investitionsplanung gleichbleibend sein wird, während je 21 % mehr bzw. weniger investieren wollen.
Fachkräftemangel leicht entschärft
Einen Lichtblick stellen die geplanten Einstellungen dar. Denn obwohl die wirtschaftliche Situation angespannt ist, findet im Durchschnitt kein Stellenabbau statt, sondern im Gegenteil ein leichter Stellenaufbau. Zudem sehen sich die Laborunternehmen trotz anhaltenden Fachkräftemangels einem etwas größeren Bewerberpool als noch vor einem halben Jahr gegenüber.
Das VUP-Konjunkturbarometer wird halbjährlich unter Prüf- und Kalibrierlaboratorien erhoben. Mehr dazu und zu den Ergebnissen der letzten Ausgaben des VUP-Konjunkturbarometers sind auf der Webseite des deutschen Verbandes unabhängiger Prüflaboratorien zu finden. Die Zusammenfassung der vorigen Konjunkturbarometer finden Sie auch in den hier gelisteten Beiträgen:
Stand: 08.12.2025
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