Auf dem Weg zu alter Stärke? Die Stimmung in der Laborbranche geht wieder nach oben, wie das aktuelle Konjunkturbarometer des Verbands deutscher Prüflabore (VUP) zeigt. Nach dem leicht pessimistischen Bild im Herbst 2022 zeichnet die Branche nun wieder ein positives Bild. Lediglich der Fachkräftemangel bleibt ein Problem.
Das VUP-Konjunkturbarometer April 2023 zeigt einen leichten Aufwärtstrend in der Laborbranche (Symbolbild)
(Bild: Shutter2U - stock.adobe.com)
Das aktuelle VUP-Konjunkturbarometer zeigt eine Trendumkehr der Stimmungslage in der Laborbranche zu Ende April 2023. Die aktuelle Auftragslage wird mit 0,2 und die prognostizierte für das kommende Halbjahr mit 0,5 (auf einer Skala von -2 bis +2) besser bewertet als im Herbst-Konjunkturbarometer 2022, wo die Bereiche noch negativ eingeordnet wurden (Skalenwerte von -0,3 bis -0,1). Auch im Vergleich zum Frühling des Vorjahres sind die Ergebnisse in diesem April besser.
Rund die Hälfte der befragten Unternehmen bewerten die aktuelle Auftragslage als durchschnittlich und ein Drittel mit gut bis sehr gut. Auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate fallen mehrheitlich (56 % der Befragten) positiv aus. Lediglich 13 % sehen eine Verschlechterung der zukünftigen Auftragslage auf sich zukommen. Die Durchschnittsbewertung der erwarteten Auftragslage mit dem Skalenwert 0,5 ist sogar auf dem zweitbesten Wert seit Beginn des Konjunkturbarometers im Jahr 2018.
Aktuell rechnen die Labore für die kommenden sechs Monate mit einer durchschnittlichen Umsatzsteigerung von 2,7 %. Erwarteten sie vor einem Jahr noch einen Umsatzrückgang von 1,1 % und im vergangenen Herbst sogar von 3,7 %, zeichnet sich nun eine Trendumkehr ab und die Laborbranche blickt in allen Marktbereichen positiv gestimmt in die Zukunft.
Blick auf die verschiedenen Marktsegmente
Während die meisten Bereiche im Vergleich zur Befragung vor einem Jahr (Mai 2022) etwa gleich eingeordnet wurden, ergeben sich in zwei Marktsegmenten deutliche Unterschiede zum Vorjahr. Der Sektor Labormedizin wird mit 0,2 auf der Skala schlechter bewertet als im Mai 2022 (0,5). Umgekehrt geben die befragten Unternehmen aus dem Bereich physikalische Messungen & Kalibrierwesen ein deutlich positives Signal (Skalenwert 0,7 statt 0,1 vor einem Jahr).
Auftragslage nach Branchen – besonders der Bereich physikalische messungen und Kalibrierwesen (mit Kasten markiert) hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Skala von -2 (sehr schlecht) bis +2 (sehr gut).
(Bild: LABORPRAXIS (Daten: VUP))
Für die einzelnen Marktsegmente bedeutet das im Detail folgendes, ausgedrückt in den Skalenwerten von -2 (sehr schlecht) bis +2 (sehr gut):
Verbraucherschutz & Lebensmittelanalytik (0,2)
Umweltanalytik (0,2)
pharmazeutische Untersuchungen (0,2)
Medizinprodukte (0,4)
Labormedizin (0,2)
Physikalische Messungen & Kalibrierwesen (0,7)
Industrieanalytik (0,1)
Es wird wieder mehr investiert
Auch die Investitionsbereitschaft der Unternehmen wird im Konjunkturbarometer regelmäßig abgefragt. In der aktuellen Erhebung steigt sie branchenübergreifend in allen abgefragten Bereichen an. Während die Bereitschaft in Immobilien und Werbung zu investieren nur ein kleines Plus von 0,1 (auf der Skala von -2 bis +2) verzeichnet, legen die Bereiche Analysen-, Anlagentechnik (0,3) sowie IT und Digitalisierung (0,6) stärker zu. Der IT- und Digitalisierungsbereich erreicht damit nahezu das Vorjahresniveau von 0,7.
Fachkräftemangel bleibt Sorge Nummer 1
Das Angebot an Fachkräften bleibt mit -0,8 (auf der Skala von -2 bis +2) weiterhin auf gleichbleibend schlechtem Niveau, während der Bedarf an Personal steigt. So fällt die geplante Erweiterung an Stellen mit 0,5 höher als im vergangenen Herbst (0,1) aus. Bei einer genaueren Betrachtung der Personalsituation zeigt sich, dass aktuell gut ausgebildete Laborfachkräfte nachgefragt sind.
Dieses Missverhältnis an Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt wird die Laborbranche auch zukünftig vor große Herausforderungen stellen. So sehen zwei Drittel der befragten Labore die Entwicklungen als besorgniserregend und rund 10 % sogar als existenzbedrohend an.
VUP-Jahrestagung 2023 greift Fachkräfte-Thema auf
Die VUP-Jahrestagung am 15. und 16. Juni 2023 in Berlin wird das Thema „Fach- und Führungskräfte sichern“ in den Fokus stellen. Beim ersten Tag der deutschen Prüf- und Laborbranche, den der VUP gemeinsam mit dem Verband der Materialprüfungsanstalten (VMPA) veranstaltet, wird in Vorträgen und einer Paneldiskussion ein Blick in die Zukunft und auf Herausforderungen des Arbeitsmarktes gewagt. Zudem sollen Perspektiven sowie Lösungswege zur Fachkräftesicherung aufgezeigt werden.
Vielfältige Strategien der Personalgewinnung
Um unter den herrschenden Bedingungen neues Personal anzuwerben, gaben viele Unternehmen neben überdurchschnittlicher Bezahlung und individuellen Arbeitszeitmodellen an, mit besonderen Benefits wie Fahrkostenzuschüssen, Gutscheinen, Weiterbildungsmöglichkeiten bei den Bewerbern punkten zu wollen. Viele haben auch die Hoffnung, durch ein verstärktes Recruiting über soziale Medien oder im Ausland auf zusätzliche Arbeitskräfte zugreifen zu können. Viele der befragten Unternehmen gaben an, zur Sicherung des vorhandenen Personalpools besonderen Wert auf gutes Betriebsklima zu lagen, etwa einen respektvollen Umgang miteinander, die Einbindung der Angestellten in die Gestaltung interner Prozesse, eine intensive Einarbeitung sowie Weiterqualifizierungsmöglichkeiten.
Stand: 08.12.2025
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Das VUP-Konjunkturbarometer wird halbjährlich unter Prüf- und Kalibrierlaboratorien erhoben. Mehr dazu und zu den Ergebnissen der letzten Ausgaben des VUP-Konjunkturbarometers sind auf der Webseite des Deutschen Verbandes unabhängiger Prüflaboratorien zu finden. Die Zusammenfassung der vorigen Konjunkturbarometer finden Sie auch in den hier gelisteten Beiträgen: