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LABORAUSSTATTUNG Schutz und Betriebskostensenkung serienmäßig

Autor / Redakteur: Fank Buchholz* / LP-Redaktion

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Arbeiten in Abzügen gehören zur täglichen Routine im Labor. Um die Sicherheit des Personals zu gewährleisten sind allerdings einige Regeln zu beachten. Ein neues System hilft dabei, den Frontschieber bei Abzügen stets geschlossen zu halten und damit den Forderungen der Normen und der BG-Chemie Rechnung zu tragen.

Frontschieber an Abzügen möglichst geschlossen halten - das fordert die aktuelle europäische Norm für alle Laborabzüge. Hintergrund dieser Forderung ist die optimale Sicherheit eines Abzugs, die nur bei geschlossenem Frontschieber gewährleistet wird. Die Praxis sieht leider anders aus. Aber dies ist zumindest für die Abzüge von Köttermann Vergangenheit, denn beim niedersächsischen Systemeinrichter für Labore werden ab März 2007 alle Laborabzüge mit dem neuen AutoProtect-System ausgerüstet. Dieses schließt den Frontschieber automatisch, wenn der Abzug sich nicht in Benutzung befindet.

Laborabzüge - Sicheres Handling von Gefahrstoffen

Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit im Labor liegen in der Hand des Arbeitgebers. Durch die Neufassung der Betriebssicherheitsverordnung und der Gefahrstoffverordnung ist dessen Verantwortlichkeit im Laufe der letzten Jahre immer umfangreicher geworden. Gefahren im Labor müssen individuell beurteilt und durch präventive Maßnahmen möglichst minimiert werden. Das gilt insbesondere für den Umgang mit flüchtigen Gefahrstoffen. Hier fordert die Berufsgenossenschaft Chemie, dass Arbeiten, bei denen Gase, Dämpfe oder Schwebstoffe in gefährlicher Konzentration oder Menge auftreten können, in Abzügen ausgeführt werden müssen (BGR 120 Abs. 5.3.1.1, s. Kasten Hintergrund).

Nach der EN 14175-2 (Abzüge, Anforderungen an Sicherheit und Leistungsvermögen) müssen Abzüge so ausgeführt sein, dass sie folgende grundlegende Sicherheits- und Leistungsziele erfüllen:

- Gefährliche luftgetragene Schadstoffkonzentrationen oder -mengen dürfen nicht vom Abzug in den Raum gelangen.

- Schadstoffe müssen effizient entfernt werden, um die Gefahr der Ausbildung einer explosiven oder gefährlichen Atmosphäre im Abzugsinnenraum zu verringern.

- Der Nutzer soll gegen Spritzer und Splitter durch den Frontschieber geschützt werden.

Arbeiten am geöffneten Abzug - ein vermeidbares Risiko

Für einen effektiven Arbeits- und Gesundheitsschutz fordert die BG Chemie darüber hinaus, dass der Frontschieber eines Abzugs geschlossen sein muss und nur in begründeten Ausnahmen geöffnet werden darf (BGR 120 Abs. 5.3.1.1). Das macht Sinn, denn es ist leicht einzusehen, dass der Abzug bei geöffnetem Fenster keinerlei Schutz vor Splittern und Spritzern bieten kann, wie sie bei Versuchen auftreten können, die außer Kontrolle geraten.

Eines der wichtigsten Argumente, den Abzug konsequent geschlossen zu halten, ist aber auch die Verbesserung seiner Ausbruchssicherheit. Hierunter versteht man die Eigenschaft eines Abzugs, Schadstoffe wirksam abzuführen und so die Nutzer vor Expositionen zu schützen. Schließt man den Frontschieber, wird die geometrische Fläche für einen Schadstoffausbruch fast vollständig verschlossen. Gleichzeitig wird die Strömungsgeschwindigkeit an den verbleibenden Öffnungen, die einem potenziellen Schadstoffausbruch entgegen gerichtet ist, deutlich erhöht.

Fazit: Offen stehende Frontschieber gewährleisten keinerlei Personenschutz gegen Spritzer und Splitter und erhöhen das Risiko eines Schadstoffausbruchs. Deshalb die Forderung der BG-Chemie, den Frontschieber geschlossen zu halten.

Für Menschen, die im Labor arbeiten, ist das nichts Neues - und dennoch werden Abzüge oft nur dann geschlossen, wenn von den Versuchen, die in ihnen durchgeführt werden, ein Gefahrenpotenzial ausgeht, das über die üblichen Gefährdungen hinausgeht. Ansonsten gilt eher das Motto „bisher ist auch nichts passiert“ - eine nicht ungefährliche Einstellung, die jedoch leicht nachvollziehbar ist. Die bisher am Markt verfügbaren Lösungen, den Frontschieber automatisch zu schließen, waren eher teuer und in ihrer Bedienung nicht gerade ergonomisch.

Die Konsequenz - AutoProtect jetzt serienmäßig

Diese Argumente haben die Firma Köttermann davon überzeugt, einen großen Schritt zu tun: Alle produzierten Abzüge werden ab Februar 2007 serienmäßig mit dem neuen AutoProtect ausgeliefert (Ausnahmen sind hier die begehbaren Modelle). Dieses System schließt den Frontschieber automatisch und leistet damit einen entscheidenden Beitrag zum Personenschutz.

Doch auch die Ergonomie kommt nicht zu kurz, denn der AutoProtect vereinfacht die Bedienung des Abzugs mit seinen ergonomischen Details. Wie etwa die innovative Servosteuerung, die auf der Achema 2006 erstmals dem Fachpublikum vorgestellt wurde, nur kurz den Frontschieber antippen und schon öffnet oder schließt er sich automatisch. Eine sanfte Begrenzung der Frontschieberöffnung setzt neue Maßstäbe bei der Einhaltung der Arbeitshöhe nach EN 14175-2.

Ein bewusster Schritt zu mehr Sicherheit

Durch die neue Gefahrstoff- und Betriebssicherheitsverordnung wird immer mehr Verantwortung auf den Laborbetreiber übertragen, der sich in vielen Fällen mit seinen Aufgaben alleingelassen fühlt. Hersteller von sicherheitsrelevanten.

Laboreinrichtungen können Betreiber von Laboratorien bei der Umsetzung präventiver Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes unterstützen, indem sie Produkte entwickeln, die den zunehmenden Anforderungen an Arbeitssicherheit nicht nur entsprechen, sondern auch neue Maßstäbe setzen. Ein Beispiel ist der neue AutoProtect von Köttermann.

AutoProtect für Abzüge

Ein kurzes Anheben oder Herunterdrücken des Schiebers reicht aus, die Motorsteuerung des AutoProtect zu aktivieren. Die Bewegung wird erkannt und automatisch öffnet oder schließt sich der Schieber. Sollte gerade keine Hand frei sein, lässt sich das System auch über einen Fußtaster bedienen. Bei geöffnetem Frontschieber kontrolliert ein Infrarotsensor, ob jemand vor dem Abzug abeitet. Ist das nicht der Fall, so wird er automatisch geschlossen. Eine optional erhältliche Lichtschranke stoppt den Schließprozess, falls ein Hindernis im Weg sein sollte. Ist der Abzug mit einer Volumenstromregelung ausgestattet, wird der Luftvolumenstrom durch das Schließen des Frontschiebers um mehr als 50 Prozent reduziert. Die dadurch sinkenden Betriebskosten sind der wirtschaftliche Nutzen des neuen AutoProtect, der ab Mai 2007 bei Köttermann zum Abzug dazu gehört.

Auszug aus den BGR 120 Abs. 5.3.1.1

Arbeiten, bei denen Gase, Dämpfe oder Schwebstoffe in gefährlicher Konzentration oder Menge auftreten können, dürfen grundsätzlich nur in Abzügen ausgeführt werden. Die Frontschieber sind bei solchen Arbeiten geschlossen zu halten.Bei geöffnetem Frontschieber darf nur in begründeten Ausnahmefällen gearbeitet werden, da bei geöffnetem Frontschieber der Schadstoffaustritt höher und der Benutzer des Abzuges nicht gegen verspritzende gefährliche Stoffe oder umherfliegende Glassplitter geschützt ist.

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