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Krebs und Altersforschung

Telomerase – Ein Enzym mit zwei Gesichtern

| Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

Die Telomerase ist ein Enzym, das für die Unsterblichkeit von Zellen notwendig ist. Forscher haben nun ein neue Funktion der Telomerase aufgedeckt. Das Brisante dabei: die Aktivität des Enzyms wird auch von Krebszellen für ihr unkontrolliertes Wachstum benötigt. Diese Erkenntnis könnte dabei helfen, Unterschiede zwischen dem unkontrollierten Zellwachstum im Tumorgewebe und dem kontrollierten Zellwachstum im normalen Gewebe abzuleiten.

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Telomerase, ein Enzym, das für die Unsterblichkeit von Zellen notwendig ist, wird auch von Krebszellen für ihr unkontrolliertes Wachstum benötigt.
Telomerase, ein Enzym, das für die Unsterblichkeit von Zellen notwendig ist, wird auch von Krebszellen für ihr unkontrolliertes Wachstum benötigt.
(Grafik: Kerstin Wagner, FLI / Quelle: Wikimedia Commons; Sierra Sciences, LLC; http://commons.wikimedia.org/wiki/)

Jena – Das Enzym Telomerase wird für die vollständige und fehlerlose Teilung des Erbguts, der DNA, benötigt. Beim Menschen wird dieses Enzym in der frühen Embryogenese und beim Erwachsenen nur in Stammzellen und bestimmten, speziellen Zellen gebildet. Seine Hauptfunktion besteht darin, die Enden der Chromosomen, die Telomere, intakt zu halten, um sie vor DNA-Schäden zu schützen. Die Telomerase spielt deshalb bei der Zellalterung und der Krebsentstehung eine zentrale Rolle, da neben Stammzellen auch Tumorzellen dieses Enzym für ihre Teilungsprozesse benötigen.

Während in Stammzellen die Synthese der Telomerase kontrolliert abläuft, ist diese Kontrolle bei Tumorzellen verlorengegangen. Das Abschalten der Telomerase dient in den meisten Zellen also zum Schutz des Organismus gegen Tumorentstehung. „Diese Erkenntnis könnte dabei helfen, um das unkontrollierte Zellwachstum im Tumorgewebe vom kontrollierten Zellwachstum im normalen Gewebe zu unterscheiden“, erklärt PD Dr. Cagatay Günes vom Leibniz-Institut für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena, der als Senior-Koautor die Studie mit seinem Kollegen PD Dr. Sebastian Iben von der Universität Ulm initiiert hat.