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Umwelt- und Verbraucherschutz Ewigkeitschemikalie TFA belastet zunehmend das Trinkwasser

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Chemikalie TFA belastet zunehmend das Trinkwasser, wie Wasserwerksbetreiber am Rhein warnen. Um die Wasserqualität zu sichern, muss der Eintrag dieser „Ewigkeitschemikalie“ reduziert werden, und es braucht neue Grenzwerte in der europäischen Trinkwasserrichtlinie.

Die Chemikalie Trifluoracetat belastet zunehmend das Trinkwasser aus Flüssen (Symbolbild).(Bild:  frei lizenziert, Tamal Mukhopadhyay / Unsplash)
Die Chemikalie Trifluoracetat belastet zunehmend das Trinkwasser aus Flüssen (Symbolbild).
(Bild: frei lizenziert, Tamal Mukhopadhyay / Unsplash)

(dpa/lsw) – Per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) sind seit einiger Zeit in der Kritik. Das Problem: gelangen Sie in die Umwelt, überdauern sie dort teils extrem lange, weshalb sie auch als Ewigkeitschemikalien bekannt sind. Die Ausbreitung einer Chemikalie alarmiert nun die Wasserwerke: Trifluoracetat, kurz TFA. Das Trinkwasser könne dadurch irreversibel geschädigt werden, warnen die Präsidenten der Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke Bodensee-Rhein (AWBR), Matthias Maier und Roman Wiget.

Was ist TFA?

Trifluoracetat ist ein Abbauprodukt von PFAS und für das Trinkwasser besonders problematisch, weil es mit herkömmlichen Methoden nicht herausgefiltert wird. Die Substanz kann sich also im Wasser anreichern und steht zudem unter Verdacht, negative Auswirkungen auf die Fortpflanzungsfähigkeit des Menschen zu haben.

Wie kommt die Chemikalie ins Wasser?

TFA kommt in zahlreichen chemischen Erzeugnissen vor, wie Kältemittel, Pharmaka oder Pflanzenschutzmittel. Rund die Hälfte der Belastungen, schätzt der Wasserwerke-Verband, dürfte aus Industrie, Gewerbe oder Haushalten stammen. Die andere Hälfte aus der Landwirtschaft.

In Flüsse und Seen gelangt TFA durch Abwasser der Industrie, Pflanzenschutzmittel oder Treib- und Kältemittel. „Wegen der sehr umfassenden Anwendung finden wir den Fingerabdruck des Moleküls als Abbauprodukt vieler Stoffe auch im Grundwasser“, sagt Maier, Leiter des Geschäftsfeldes Trinkwasser bei den Stadtwerken Karlsruhe.

Wie hoch ist die Belastung?

Das Umweltbundesamt spricht von einem „sehr mobilen und persistenten Stoff“. TFA verbreitet sich rasant und reichert sich in der Umwelt an. Nach dem neusten AWBR-Rhein-Bericht registrierten die Wasserwerke allein am Hochrhein in den vergangenen acht Jahren einen Anstieg der TFA-Werte von 0,1 auf 0,8 bis 1 Mikrogramm je Liter. „Und die TFA-Einträge werden in den in nächsten 20 Jahren zunehmen“, prognostiziert Maier. Weil sich der Stoff im Wasserkreislauf schnell verbreitet, sei der Schutz des Trinkwassers besonders herausfordernd.

Welche Grenzwerte gibt es?

Obwohl die Chemikalie gemäß der OECD-Klassifizierung als PFAS gilt, gehört sie nicht zu den 20 PFAS, die in der europäischen Trinkwasserrichtlinie geregelt sind. Es gibt für TFA in Oberflächengewässern keinen Grenzwert. Das Umweltbundesamt hat aber einen Leitwert von 60 Mikrogramm pro Liter der „toxikologisch tolerierbaren Konzentration“ für das Trinkwasser festgelegt. Bis zu diesem Wert wird derzeit davon ausgegangen, dass es nicht gesundheitsschädlich ist.

Ziel muss es aus Sicht von Umweltschützern und den für das Trinkwasser Verantwortlichen sein, dafür zu sorgen, dass die Chemikalie nicht oder möglichst wenig zum Einsatz kommt. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt so einen Beschluss in Richtung klimafreundlicherer Kältetechnik und Wärmepumpen.

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