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Thermodesorptions-GC/MS

Thermodesorptions-GC/MS enträtselt Naturphänomen in der Namib-Wüste

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Die teils üppige Vegetation am Rand der Feenkreise, bringt eine weitere Annahme ins Spiel, nämlich die der allelopathischen Verbindungen, die u.a. manche Pflanze abzusondern in der Lage ist, um eine andere Vegetationsform zu schädigen, die ihr den Lebensraum streitig macht.

Sind die Pflanzen im vegetationsüppigen Randbereich der Feenkreis dazu in der Lage? Diese Überlegung, scheint bei einer oberflächlichen Betrachtung zunächst einmal denkbar und möglich. Anbauversuche bewiesen jedoch, dass Allelopathie keine Rolle spielte. Außerdem bilden sich Feenkreise auch in per se völlig vegetationsfreien, sandigen Arealen: „Der Sandboden in diesen Feenkreisen sieht erschüttert und aufgewühlt aus“, schildern die Forscher, „ähnlich den Kratern, die man auf dem Meeresboden entdeckt hat und die von aus dem Erdreich aufsteigenden Gasblasen herrühren.“ Ausgehend von diesem kausalen Zusammenhang formulierten Yvette Naudé und Kollegen eine Hypothese, nach der Gase und Flüssigkeiten geologischen Ursprungs bei der Entstehung der Feenkreise eine Rolle spielen.

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Gaszusammensetzung im Erdreich wurde bestimmt

Die Wissenschaftler starteten ihre Untersuchungen damit, in ausgewählten Feenkreisen sowie im Bereich dazwischen, also dem Erdreich ohne botanische Anomalie durch Einbringen geeigneter Trichter die Gaszusammensetzung im Boden zu bestimmen. Im Tagesverlauf wurde mittels eines tragbaren Gasanalysators mehrfach der Gehalt an Kohlenmonoxid (CO), Kohlendioxid (CO2), Sauerstoff (O2), Schwefelwasserstoff (H2S) sowie Stickstoffdioxid (NO2) bestimmt. Die Gasanalyse erlaube etliche Aussagen hinsichtlich der Bodenchemie, berichtet Yvette Naudé. CO etwa lasse Rückschlüsse auf das Vorhandensein von Erdgas zu. Erdgas erweist sich zwar nicht als Pflanzengift, jedoch als ein wichtiger Stressfaktor für die Vegetation. Es habe sich nämlich gezeigt, dass Kohlenwasserstoffe die Tätigkeit von oxidierenden wie auch beispielsweise Schwefel reduzierenden Bakterien steigert, welche den Sauerstoffgehalt im Boden reduzieren. „Unabhängig davon, dass der Sauerstoffgehalt im Boden der Feenkreise periodisch sinkt, kann der Auftrieb von Gasen zu einer vermehrten Bildung organischer Säuren führen, die wiederum den pH-Wert des Bodens und damit die Verfügbarkeit von Mineralstoffen, die für das Pflanzenwachstum notwendig sind, beeinflussen“, beschreibt Naudé das Phänomen.

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