English China

Thermodesorptions-GC/MS

Thermodesorptions-GC/MS enträtselt Naturphänomen in der Namib-Wüste

Seite: 3/3

Firmen zum Thema

Thermodesorptions-GC/MS von Bodenproben

Um sich ein genaueres Bild von der Zusammensetzung der Kohlenwasserstoffverbindungen im Erdreich der Feenkreise zu machen, bedienten sich die Wissenschaftler der Thermodesorption (Gerstel-TDS) in Verbindung mit der GC/MS. Vorteil dieser Methode: „Sie ist kostengünstig, einfach und ungefährlich in der Umsetzung, weil sie ohne toxische organische Lösungsmittel auskommt“, freut sich Yvette Naudé. Zudem benötigt die Thermodesorptions-GC/MS viel kleinerer Probenmengen, als es zum Beispiel bei der Soxhlet-Extraktion der Fall ist, die typischerweise zur Isolierung und Analyse von Kohlenwasserstoffen aus Böden genutzt wird. Die Wissenschaftler entnahmen an ausgewählten Stellen Bodenproben; jeweils 40 g wurden in ein vorbereitetes Glasvial gefüllt. Hinzu gaben sie als Extraktionsmedium zunächst den mit Polydimethylsiloxan ummantelten Gerstel-Twister. Die Vials wurden verschlossen und für die Dauer von 50 min auf 50 °C erwärmt. Als die Wissenschaftler die Rührstäbchen der Probe entnahmen, hafteten deutlich sichtbar an dessen Ende magnetische Partikel, ein weiterer Hinweis zur Bestätigung der Theorie einer Mikroversickerung von Kohlenwasserstoffverbindungen im Boden.

Um eine Störung der Thermodesorptions-GC/MS durch magnetische Partikel zu unterbinden, setzte Naudé anschließend etwa 10 cm lange PDMS-Schläuche als Extraktionsmedium ein, überschütteten diese im Vial mit der Bodenprobe, die sie sodann temperierten. Im Anschluss daran wurden die Schläuche der Probe entnommen, in den Glasliner eines Thermaldesorptionsystems (TDS) überführt, in dem die thermische Desorption der extrahierten organischen Analyten vollzogen wurde. Sie wurden im Kaltaufgabesystem (KAS) cryofokussiert und temperaturprogrammiert auf die GC-Säule überführt, aufgetrennt und massenselektiv detektiert. Auch die hierbei erzielten Resultate stützen die Hypothese der Wissenschaftler: „Wir detektierten Alkene, mikrobiologische Abbauprodukte von Alkanen. Größere Alkengehalte im Boden aus dem Zentrum der Feenkreis, kleinere in der Matrix, also im Boden ohne geobotanische Anomalie.“ Das wiederum zeuge von einer hohen mikrobiellen Aktivität im Boden. Zudem ließe das Verhältnis von Alkan- und Alkengehalt Rückschlüsse auf die Aktivität des Feenkreises zu: Größere lassen auf einen kürzlich aktiven Kreis schließen. „Unsere Ergebnisse stützen die Theorien über Termiten nicht“, bringt es Naudé auf den Punkt.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

Literatur

[1] Basic and Applied Dryland Research 1, 2 (2007), 121-137.

[2] Journal of Arid Environments 75, 5 (2011) 446-456.

* G. Deußing: Presse Text Kommunikation, 41644 Neuss

(ID:28030610)