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In-vitro-Fleisch Tierisches Fettgewebe aus dem 3D-Drucker: Fortschritt bei kultiviertem Fleisch erzielt

Quelle: Pressemitteilung Hochschule Reutlingen 2 min Lesedauer

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Forschende der Hochschule Reutlingen haben nach eigenen Angaben einen bedeutenden Durchbruch in der Entwicklung von kultiviertem Fleisch erzielt. In ihrer aktuellen Veröffentlichung stellen sie ein neues Verfahren zur Züchtung von kultiviertem Fett vor, das essenziell für den Geschmack, die Textur und das Mundgefühl von Fleischprodukten ist.

Kultiviertes Fleisch wird im 3D-Biodrucker Lage für Lage gedruckt.(Bild:  Hochschule Reutlingen)
Kultiviertes Fleisch wird im 3D-Biodrucker Lage für Lage gedruckt.
(Bild: Hochschule Reutlingen)

„Kultiviertes Fett ist ein entscheidender Bestandteil für die Entwicklung von Fleischersatzprodukten, die den Geschmack und die Textur von echtem Fleisch nachahmen“, erklärt Prof. Dr. Petra Kluger von der Hochschule Reutlingen. Insbesondere bei Rindfleisch ist die richtige Fettzusammensetzung entscheidend für die Akzeptanz durch den Verbraucher.

Aus Schlachtabfällen werden im Labor Stammzellen isoliert, die als Grundlage für die Fleischzüchtung dienen.(Bild:  Hochschule Reutlingen)
Aus Schlachtabfällen werden im Labor Stammzellen isoliert, die als Grundlage für die Fleischzüchtung dienen.
(Bild: Hochschule Reutlingen)

Kluger und ihr Forschungsteam haben nun einen Weg gefunden, so genannte Sphäroide aus Rinder-Fettvorläuferzellen in statischer und dynamischer Weise zu kultivieren. Diese Sphäroide – kugelförmige Aggregate aus tausenden Zellen – werden erfolgreich zu Fettzellen gereift. Besonders bemerkenswert ist, dass die Zellen ohne den Einsatz von Antibiotika kultiviert werden. Dies reduziert die Belastung durch Schadstoffe und erhöht die Sicherheit des Endprodukts. Auch bei der Weiterverarbeitung mittels 3D-Bioprinting in essbare Materialien, bleiben die Zellen stabil und lebensfähig.

Ein Zellaggregat bzw. ein so genanntes Sphäroid, welches als Building Block für kultiviertes Fleisch verwendet werden kann. (Bild:  Hochschule Reutlingen)
Ein Zellaggregat bzw. ein so genanntes Sphäroid, welches als Building Block für kultiviertes Fleisch verwendet werden kann.
(Bild: Hochschule Reutlingen)

Die Forschenden konnten in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim die Fettsäurezusammensetzung in den Sphäroiden bestimmen und große Ähnlichkeiten zu klassisch gewonnenem Rinderfettgewebe nachweisen. Zukünftig sind auch gezielte Anpassungen an gesundheitliche oder geschmackliche Anforderungen denkbar.

Antibiotikafreie dynamische Kultur und Reifung

Das Verfahren der antibiotikafreien dynamischen Kultur und Reifung der Sphäroide sowie deren Verarbeitung durch 3D-Druckverfahren, zeigt großes Potenzial für die Skalierung und industrielle Produktion von kultiviertem Fleisch. Dadurch kann die Zellproduktion im großen Maßstab effizient gestaltet werden, was einen wichtigen Schritt hin zur Massenproduktion darstellt.

Das Projekt wurde von der Avina Stiftung und der gemeinnützigen Organisation New Harvest gefördert und leistet einen wesentlichen Beitrag zu der nachhaltigen Fleischproduktion. Diese Technologie könnte nach Angaben der Forschenden den steigenden Bedarf des globalen Fleischmarkts revolutionieren, indem sie den Ressourcenverbrauch reduziert, die Umweltbelastung verringert und das Tierleid minimiert.

Originalpublikation: Klatt, A., Wollschlaeger, J.O., Albrecht, F.B. et al. Dynamically cultured, differentiated bovine adipose-derived stem cell spheroids as building blocks for biofabricating cultured fat. Nat Commun 15, 9107 (2024). https://doi.org/10.1038/s41467-024-53486-w

(ID:50223619)

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