English China

Aminosäureanalysatoren in Lebensmittelkontrolle und Diagnostik
Unterschätzte Arbeitstiere: Wie klassische Aminosäureanalysatoren bestehen

Ein Gastbeitrag von Dr. Thorsten Heinlein, Sales Manager & Marketing Manager, Membrapure GmbH 6 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Lebensmittelanalyse, klinische Diagnostik, Pharmazie und Forschung – überall dort ist die Aminosäureanalytik ein wichtiges Instrument. Sie muss selbst kleinste Mengen der Biomoleküle zuverlässig erfassen, oft regulatorische Bestimmungen erfüllen und gleichzeitig möglichst robust und wartungsarm sein. Dieses Spannungsfeld lösen moderne Aminosäureanalysatoren auf.

Aminosäureanalysatoren sind in vielen Laboren „Alte Schätzchen“, aber deswegen keineswegs überholt.(Bild:  Membrapure GmbH)
Aminosäureanalysatoren sind in vielen Laboren „Alte Schätzchen“, aber deswegen keineswegs überholt.
(Bild: Membrapure GmbH)

Auch wenn sie erst vor gut 200 Jahren entdeckt wurden, kommen Aminosäuren seit jeher in allen bekannten Lebewesen vor und sind ein wichtiger Bestandteil eines jeden Organismus. Die erste Aminosäure, das Asparagin, wurde 1805 in einem Pariser Labor entdeckt und aus Spargelsaft isoliert – in den folgenden Jahren wurden andernorts weitere Aminosäuren isoliert und ihre Struktur aufgeklärt. Die eigene Laborsparte der Aminosäureanalytik entwickelte sich jedoch erst deutlich später und geht auf Arbeiten der Biochemiker Richard Synge und Archer Martin zurück: In den 1940er Jahren nutzten die ersten Labore chromatographische Methoden, um Aminosäuregemische analytisch zu trennen. Die US-amerikanischen Biochemiker William Howard Stein und Stanford Moore arbeiteten in den 1940er- und 1950er-Jahren an der Entwicklung eines Aminosäureanalysators, die ersten Geräte wurden ab 1958 durch Beckman Instruments vertrieben. Stein und Moore wurden 1972 „für ihren Beitrag zum Verständnis der Verbindung von chemischer Struktur und katalytischer Aktivität des aktiven Zentrums des Enzyms Ribonuklease“ sogar mit dem Nobelpreis geehrt.

Auch in Forschungsfragen ein Klassiker der Analytik

Ein weiteres Einsatzgebiet für Aminosäureanalysatoren ist die mikrobiologische Forschung. Dort können zum Beispiel Aminosäurewerte in Zellkulturmedien nachgewiesen und der Aminosäuregehalt genau bestimmt werden. Dies ist hilfreich, um das Aminosäuregleichgewicht in Wachstumsmedien und Fermentationsbrühen zu beurteilen, welche für die Kultivierung von Zellen und Mikroorganismen verwendet werden.