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HPLC

Was bringen Edelstahlbauteile in der HPLC?

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Was soll der Anwender bei Fremdrost tun?

Tritt auf einem Edelstahlteil Rost auf, wurde dieser wahrscheinlich von einem unedlen Eisenteil übertragen. Legt man zum Beispiel einen stählernen Putzschwamm auf eine Edelstahlspüle, so hat sich nach einem Tag ein Rostfleck gebildet, der nur mechanisch entfernt werden kann. Es rostet zuerst der „schwarze” Stahl und greift dann nach und nach die Oxidschicht des „weißen” Stahls an. Durch Abschleifen und Polieren lässt sich eine solche Fehlstelle wieder vollständig beseitigen, wenn sie noch nicht sehr lange bestanden hat. Fremdrost an Fittingschrauben wird gelegentlich beobachtet, auch wenn diese frisch aus der Fabrik kommen. Hier hat möglicherweise jemand mit dem gleichen Werkzeug schwarzen und weißen Stahl bearbeitet. Mikroskopische Eisenreste am Werkzeug verbleiben auf dem Werkstück und brechen die Schutzschicht auf. Es bilden sich Rostkeime, die zusammen mit genügend Feuchtigkeit größer werden. Natürlich ist Edelstahl auch beständig gegen Salzwasser und Chlor, sonst würden Schwimmbadleitern sofort wegrosten. Allerdings verwendet man dafür Legierungen mit sehr hohen Molybdän- und Chromanteil. Der HPLC-Stahl 1.4571 ist gegen fast alles beständig, aber nicht gegen freie Halogene – im Besonderen Chlor. Abhängig von der Oberflächengüte greifen Halogene die Oxidschicht an und führen zu Lochfraß. Auch bieten winzige Kanten und Ecken in den HPLC-Bauteilen ideale Angriffspunkte für Korrosion. Für alle Applikationen, bei denen freien Halogene entstehen können, sollte entweder Titan oder der sehr feste und chemikalienbeständige Kunststoff PEEK (Polyetheretherketon) verwendet werden.

* *W. Röpke: Techlab GmbH, 38118 Braunschweig

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