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Von Agenten und Humans-in-the-Loop
Was kann Künstliche Intelligenz im Labor leisten?

Das Gespräch führte Dr. Ilka Ottleben 3 min Lesedauer

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Ein Forscherteam hat einen autonomen KI-Assistenten entwickelt, der ein komplettes Experiment am Rasterkraftmikroskop eigenständig plant, durchführt und auswertet. Sind künftig vollständig autonome Labore denkbar? Wir haben nachgefragt.

Prof. Lothar Wondraczek, Leiter des Otto-Schott-Instituts für Materialforschung, neben einem Glasblock bestehend aus hochreinem Borosilikatglas(Bild:  Jens Meyer (Universität Jena))
Prof. Lothar Wondraczek, Leiter des Otto-Schott-Instituts für Materialforschung, neben einem Glasblock bestehend aus hochreinem Borosilikatglas
(Bild: Jens Meyer (Universität Jena))

Künstliche Intelligenz spielt inzwischen in vielen Bereichen eine große Rolle. Herr Prof, Wondraczek, wie kann KI in Labors verwendet werden, und welche Risiken gibt es hierbei?

Prof. Dr. Lothar Wondraczek: Ich denke, Methoden der künstlichen Intelligenz werden uns in erster Linie den Zugang zu unterschiedlichsten, hochkomplexen Methoden, Werkzeugen und Verfahren vereinfachen, sie sozusagen demokratisieren. So ist eine Spezialsoftware oder ein Analysegerät bisher oft nur von langjährig erfahrenen Experten in der vollen Breite nutzbar. Hier können KI-Agenten dabei helfen, auch ohne tiefe Detailkenntnis einzusteigen. Dies ist besonders dann von Bedeutung, wenn Technologien und Verfahren im Labor immer schneller immer vielseitiger und leistungsstärker werden. Wissenschaftlerinnen und Operateuren bieten sich hingegen neue Möglichkeiten, systemübergreifender zu denken und zu arbeiten, und beispielsweise ganz unterschiedliche Methoden in Kombination anzuwenden. Ein großer Vorteil, der sich aus der Automatisierung ergeben kann, ist die zunehmende Datenkonsistenz, Datendichte und Reproduzierbarkeit. Wird eine Analyse beispielsweise mithilfe eines Roboters durchgeführt, so erhalten wir dabei konkret und sehr direkt genaue Informationen über jeden einzelnen Bewegungsschritt, den der Roboter durchgeführt hat. Gerade bei Tätigkeiten, die bisher oft manuell erfolgen und stark erfahrungsbasiert sind, kann das von großer Bedeutung sein.

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