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Zoonosen

Weniger Salmonellen bei Mastputen und in Putenfleisch

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Verotoxinbildende E. coli (VTEC) in Kalb- und Jungrindfleisch

Verotoxinbildende E. coli (VTEC) wurden in 5,8 Prozent der Proben von frischem Kalb- und Jungrindfleisch nachgewiesen. Wildwiederkäuerfleisch war mit 16,1 Prozent positiver Proben im Vergleich hierzu noch deutlich häufiger mit dem Erreger kontaminiert. Dies kann mit den besonderen Bedingungen bei der Wildfleischgewinnung im Zusammenhang stehen, die im Vergleich zum Schlachtprozess mit einem erhöhten Risiko einer Kontamination mit Keimen einhergeht (z. B. durch schussbedingte Verletzungen des Verdauungstrakts und verzögertes Aufbrechen der Wildkörper). Die Ergebnisse verdeutlichen, dass eine besonders sorgfältige Hygiene bei der Gewinnung und Vermarktung von Wildbret erforderlich ist.

Listeria monocytogenes in Blatt- und Kopfsalaten

Im Zoonosen-Monitoring 2012 wurden auch pflanzliche Lebensmittel untersucht: In einzelnen Proben von Blatt- und Kopfsalaten aus Erzeugerbetrieben und dem Einzelhandel wurde Listeria monocytogenes nachgewiesen. Die gemessenen Keimzahlen waren mit maximal 20 KbE/g allerdings gering und stellen in dieser Größenordnung üblicherweise keine Gesundheitsgefahr für den Menschen dar.

Die Ergebnisse belegen aber, dass grundsätzlich mit Listeria monocytogenes in Blatt- und Kopfsalaten zu rechnen ist und unterstreichen die Empfehlung, Salat vor dem Verzehr gründlich zu waschen. Eine Vermehrung vorhandener Listerien wird durch das feuchte Milieu begünstigt, das in Folien verpackten vorgeschnittenen Salatmischungen herrscht, so dass diese keine geeigneten Lebensmittel für empfindliche Verbrauchergruppen wie Kleinkinder, ältere und immungeschwächte Menschen sowie Schwangere darstellen.

Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) in Fleischproben

Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) wurden erneut sehr häufig auf Mastputenschlachtkörpern (68,6 Prozent positive Proben) und in frischem Putenfleisch (37,7 Prozent positive Proben) nachgewiesen. Aber auch Mastkälber und Jungrinder (45,0 Prozent positive Nasentupfer) sowie deren Schlachtkörper (30,8 Prozent positive Proben) waren zu einem hohen Prozentsatz positiv für MRSA. Frisches Kalb- und Jungrindfleisch (10,5 Prozent positive Proben) war im Vergleich zu frischem Geflügelfleisch allerdings deutlich seltener mit MRSA belastet.

Bisher gibt es keinen Beleg dafür, dass der Verzehr oder die Handhabung von mit MRSA kontaminierten Lebensmittel mit einem erhöhten Risiko verbunden ist, durch diese Bakterien besiedelt oder infiziert zu werden. Ein solches Risiko besteht dagegen für Menschen, die einen häufigen Kontakt zu MRSA-positiven Tieren haben, wie Landwirte und Tierärzte.

Antibiotika-Resistenzen bei Bakterien aus Nutztieren

Die Mehrzahl der Salmonella- und Campylobacter-Isolate (mehr als 75 Prozent) aus der Lebensmittelkette Putenfleisch war resistent gegen ein oder mehrere Antibiotika. Dies bestätigt die Ergebnisse der vergangenen Jahre.

Von den VTEC-Isolaten aus der Lebensmittelkette Kalb-/Jungrindfleisch wiesen 62,8 Prozent eine Resistenz gegen mindestens eine Wirkstoffklasse auf. Die VTEC-Isolate aus Wildfleisch waren dagegen zu 97,3 Prozent empfindlich gegenüber den getesteten Substanzen. Dies steht vermutlich mit der geringen Exposition von Wildwiederkäuern gegenüber antimikrobiellen Substanzen im Zusammenhang.

Auch die Resistenzraten bei den Isolaten von kommensalen E. coli aus den Lebensmittelketten Mastputen bzw. Mastkälber/Jungrinder waren deutlich höher als bei Isolaten aus dem Fleisch von Wildwiederkäuern und von Blatt- und Kopfsalaten. Insgesamt waren im Vergleich zu den Vorjahren etwas mehr Isolate resistent gegen Cephalosporine der dritten Generation und gegen das Fluorchinolon Ciprofloxacin. Dieser Anstieg ist im Hinblick auf die Bedeutung dieser Wirkstoffklasse für die Humanmedizin besorgniserregend und bedarf der weiteren Beobachtung. Kommensale E. coli stellen ein Reservoir für Resistenzdeterminanten dar, die von Bakterien ggf. über Lebensmittel auf den Menschen übertragbar sind.

Bei der Interpretation der Ergebnisse der Resistenzuntersuchungen muss beachtet werden, dass die minimalen Hemmkonzentrationen (MHK) anhand der epidemiologischen Cut-Off-Werte bewertet wurden. Diese bestimmen den Anteil mikrobiologisch resistenter Isolate und geben frühzeitig Hinweise auf eine beginnende Resistenzentwicklung, erlauben aber keine unmittelbare Aussage über die Wahrscheinlichkeit eines Therapieerfolges bei einer bakteriellen Infektion.

Hier finden Sie den vollständigen Bericht zum Zoonosen-Monitoring 2012

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