Wer dauerhaft zu wenig Schlaf bekommt, hat nicht nur ein akutes Problem, sondern womöglich auch im Alter noch mit Folgen zu rechnen. So zeigt eine Studie, dass Personen mit Schlafmangel ein signifikant erhöhtes Demenzrisiko aufweisen.
Andauernder Schlafmangel schadet der Gesundheit. Eine aktuelle Studie hat jetzt gezeigt, dass zu wenig Schlaf sogar mit einem erhöhten Demenzrisiko im Alter assoziiert ist (Symbolbild).
Essen – Schlaf ist oft wie ein Allheilmittel. Manch stressiger Tag ist nach einer erholsamen Nacht vergessen., manche anbahnende Erkältung verflogen und manche Probleme über Nacht mit einem Geistesblitz am nächsten Morgen gelöst. Doch nicht jedem ist ein ruhiger Schlaf gegönnt. Laut DAK-Gesundheitsreport 2017 klagen 80 Prozent der Erwerbstätigen über schlechten Schlaf.
Schlafstörungen durch Demenz – oder umgekehrt?
Tatsächliche Schlafstörungen sind ein ernstzunehmender Warnhinweis. Sie können nicht nur auf zu viel Stress hindeuten, sondern sind auch ein charakteristisches Merkmal vieler Krankheiten, insbesondere von neurodegenerativen Erkrankungen und Demenzen. Ursächlich vermutet man eine pathophysiologische Fehlregulation im Schlaf-Wach-Rhythmus durch demenzbedingte Veränderungen im Hypothalamus und Hirnstamm.
Doch wie verhält es sich umgekehrt? Erhöht ein Mangel an Schlaf das Demenzrisiko im Alter? Ob es einen solchen Zusammenhang gibt, ist bislang offen. Die Ergebnisse früherer Studien zu Schlafdauer und Demenzerkrankungen waren widersprüchlich. Viele Studien hatten nur eine Nachbeobachtungszeit von weniger als zehn Jahren und konnten somit diese Frage nicht sicher beantworten, da sich eine Demenz über einen längeren Zeitraum entwickelt. Nun untersuchte eine neue Studie, ob die Schlafdauer von Menschen allgemein mit der Demenz-Inzidenz assoziiert ist.
Knapp 8.000 Probanden als Datengrundlage
Von 10.308 Teilnehmenden der Whitehall-II-Studie (London 1985–1988), einer prospektiv-longitudinalen epidemiologischen Kohortenstudie, waren von 7.959 Personen Daten zur Schlafdauer verfügbar. Anhand dieser Daten wurde die Assoziation zwischen Schlafdauer im mittleren Lebensalter (ab 50 Jahren) und der späteren Demenz-Inzidenz untersucht.
Von den untersuchten Teilnehmern entwickelten 6,5 % eine Demenz innerhalb des Beobachtungszeitraums von 25 Jahren. Menschen mit einer normalen nächtlichen Schlafdauer (definiert als durchschnittlich sieben Stunden) hatten die niedrigste Demenz-Inzidenz. Bei Berücksichtigung soziodemografischer Faktoren war eine kurze Schlafdauer (≤ 6 Stunden) mit einem signifikant höheren Demenzrisiko in allen Altersgruppen assoziiert.
Fast ein Drittel mehr Demenzfälle bei anhaltendem Schlafmangel
In einer detaillierteren Auswertung berücksichtigten die Forscher auch das Gesundheitsbewusstsein der Teilnehmer sowie kardiovaskuläre, metabolische und psychische Faktoren. Damit relativierte sich die Assoziation etwas, es blieb jedoch ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Demenz-Inzidenz und kurzem Nachtschlaf im Alter von 50 und 60 Jahren bestehen. Gegenüber einer normalen Schlafdauer war eine durchgehend kurze Schlafdauer im Alter von 50, 60 und 70 Jahren mit einem um 30 % erhöhten Demenzrisiko assoziiert, unabhängig von den anderen untersuchten Faktoren. Assoziationen zwischen Demenzentwicklung und langen Schlafdauern (˃ 9 Stunden) gab es nicht, anders als in früheren Studien. Allerdings war die Zahl extremer Langschläfer in der Whitehall-II-Kohorte auch sehr gering.
„Schlaf hat eine wichtige Bedeutung für die Ausbildung und Aufrechterhaltung kognitiver Funktionen bzw. die synaptische Plastizität, beispielsweise für Gedächtnis und Lernvorgänge. Die Studie ging somit einer wichtigen und interessanten Fragestellung nach“, kommentiert DGN-Pressesprecher Prof. Hans-Christoph Diener. „Nach den Ergebnissen scheint eine kurze Schlafdauer von weniger als sechs Stunden im mittleren Lebensalter mit einem erhöhten Risiko einer späteren Demenz-Erkrankung assoziiert zu sein.“ Trotzdem ließen die Daten keinen Rückschluss auf Kausalzusammenhang zu. „Zwar wurde eine große Kohorte über eine lange Beobachtungszeit analysiert, was relativ robuste Daten hervorbringen kann, dennoch handelt es sich um eine Beobachtungsstudie.“
Dieners Kollege Prof. Richard Dodel erklärt: „Ein wichtiges Ergebnis der Studie ist, dass die Assoziation von kurzem Nachtschlaf und Demenzrisiko – anders, als oft vermutet wurde, unabhängig war von psychischen Faktoren bzw. Erkrankungen, die ihrerseits mit Schlafstörungen einhergehen, wie beispielsweise Depressionen.“
Fazit: Ob wirklich kurzer Nachtschlaf als Ursache für ein erhöhtes Demenzrisiko gesehen werden kann, muss in weiteren Untersuchungen verifiziert werden. Gleiches gilt für den Umkehrschluss, dass längerer bzw. normaler Nachtschlaf einer Demenzentwicklung vorbeugen. „Dennoch könnte die Botschaft an die Bevölkerung lauten, dass eine gute Schlafhygiene grundsätzlich der Gesundheit zuträglich ist – insbesondere auch der des zentralen Nervensystems“, fasst der DGN-Generalsekretär Prof. Peter Berlit zusammen
Stand: 08.12.2025
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