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Wechselhaftes Klima

Wie Staub das Gesicht der Erde verändert hat

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18.500 Kilometer für geeignete Sedimentkerne

Für die Forschung hat der pazifische Teil des Südozeans aber trotz moderner Technik noch immer etwas von einer „terra incognita“. Er zählt zu den abgelegensten Bereichen der Weltmeere. „Die Region ist geprägt von extremen Stürmen und einem Seegang, bei dem Wellenhöhen von über zehn Metern nicht selten sind. Wegen der sehr weiten Entfernungen zwischen größeren Häfen ist das Gebiet auch logistisch kompliziert“, beschreibt AWI-Wissenschaftler Dr. Rainer Gersonde, Co-Autor und damals Fahrtleiter der Polarstern-Expedition, die besondere Herausforderung der Forschungsfahrt.10.000 Seemeilen - also 18.500 Kilometer - war die Polarstern in diesem besonders unwirtlichen Teil des Südpolarmeeres unterwegs, um qualitativ hochwertige und ausreichend lange Sedimentkerne ziehen zu können.

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Australien und Neuseeland dienten als Staubquelle

Woher aber kamen die historischen Staubfrachten Richtung Südpazifik, und warum gab es die phasenweise erhöhten Einträge überhaupt? Frank Lamy glaubt, dass eine Ursache in der Verlagerung oder Ausdehnung der in dieser Region besonders kräftigen Windbänder in Richtung Äquator liegt. Unter Seeleuten ist der gesamte Südozean mit seiner mächtigen Westwinddrift - den „Roaring Fourties“ und den „Furious Fifties“ - berüchtigt. Er gilt als eine der windreichsten Regionen der Erde. Durch eine Verlagerung oder Ausdehnung dieses kräftigen Westwindgürtels in Richtung Norden, so die These der Wissenschaftler, gerieten ausgedehnte Trockengebiete auf dem australischen Kontinent unter den Einfluss starker Winderosion. Hohe Staubeinträge in den Pazifik waren die Folge – mit den oben bereits geschilderten Konsequenzen. Dazu kam noch Neuseeland als zusätzliche Staubquelle. Die ausgedehnte Vergletscherung der dortigen Gebirge während der Eiszeit hat viel feinkörniges Material bereitgestellt, das durch die Winde weit in den Südpazifik geblasen wurde.

Klimageschichte der Erde wurde auch mit Staub geschrieben

„Durch unsere Untersuchungen steht nun zweifelsfrei fest“, so das Fazit von Frank Lamy, „dass Kaltzeiten auf der Südhalbkugel über einen Zeitraum von einer Million Jahren immer und praktisch überall einhergingen mit niedrigeren Kohlendioxidgehalten in der Atmosphäre und höheren Staubeinträgen aus der Luft. Die Klimageschichte der Erde wurde also auch mit Staub geschrieben.“

Originalpublikation: "Increased Dust Deposition in the Pacific Southern Ocean During Glacial Periods” F. Lamy et al., "Science", 24 January 2014 (DOI: 10.1126/science.1245424)

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