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Stammzellenforschung

Zukunftsvision: Das Herz in der Petrischale

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Die Tür zu neuer Medizin

Nun geht es darum, aus dem neuen pharmakologischen Werkzeug einen echten Wirkstoff zu entwickeln, der für den Menschen eingesetzt werden kann. „Wichtig ist es, den genauen Wirkmechanismus aufzuklären. Wir wollen auf molekularer Ebene verstehen, wie unsere Substanzen Einfluss auf die Zellentwicklung nehmen“, sagt Mihovilovic. Kennt man diesen Mechanismus, sollte es möglich sein, gezielte Therapieformen zu erarbeiten. „Wir wollen die Tür zu einer völlig neuen Art der regenerativen Medizin aufstoßen“, hofft Marko Mihovilovic. „Derzeit steht die Transplantationsmedizin im Vordergrund, doch viel besser wäre es, im Labor das passende neue Gewebe herstellen zu können – mit der Original-DNA der Patienten, sodass Abstoßungsreaktionen ausgeschlossen sind.“

Nicht nur die Differenzierung von Vorläuferzellen zu funktionalem Gewebe kann man durch chemische Signale steuern. Es ist sogar möglich den umgekehrten Weg zu gehen und aus ausdifferenzierten Zellen wieder pluripotente Zellen zu generieren, die sich danach zu unterschiedlichen Gewebetypen entwickeln können. „Unsere Zukunftsvision ist: Wir verwenden Zellmaterial, das leicht zu entnehmen ist, etwa aus der Haut, behandeln es mit einem Cocktail verschiedener Chemikalien und lassen dadurch neues Gewebe entstehen“, sagt Mihovilovic. Die Synthesechemie soll helfen, die beschränkte Regenerationsfähigkeit des Herzens zu überwinden. Wenn sich die Therapie auf den Menschen übertragen lässt, würde das die Lebensqualität der Patienten drastisch verbessern und auch die Kosten für das Gesundheitssystem verringern.

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Auszeichnung durch das Österreichische Patentamt

Das Österreichische Patentamt zeichnete am 4. März die besten im vergangenen Jahr erteilten Patente mit dem Inventum-Award aus. Die Synthesechemie-Forschungsgruppe an der TU Wien errang dabei gemeinsam mit den Kollegen der MUW den zweiten Platz und kann die silberne Inventum-Trophäe mit nach Hause nehmen. „Wir freuen uns über diese Anerkennung unseres ersten großen Schrittes auf dem Weg zum maßgeschneiderten Herzgewebe. Wir hoffen, dass wir die nächsten Schritte genauso erfolgreich setzen können“, sagt Marko Mihovilovic.

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