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Analytica 2026 Trends schnell aufgreifen und implementieren

Das Gespräch führte Dipl.-Chem. Marc Platthaus 4 min Lesedauer

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Die Labor-Community trifft sich von 24. bis 27. März auf dem Messegelände in München zur Analytica 2026. Projektleiterin Susanne Grödl gibt Einblicke, warum dies ein Pflichttermin für die Branche ist.

Susanne Grödl ist Exihibiton Director der Analytica.(Bild:  Messe München GmbH)
Susanne Grödl ist Exihibiton Director der Analytica.
(Bild: Messe München GmbH)

Frau Grödl, die Chemieindustrie in Deutschland macht gerade schwere Zeiten durch. Der Unternehmensverband Spectaris sieht die Labor- und Analysentechnik trotzdem auf einem stabilen Weg. Was sind aus Ihrer Sicht Gründe dafür?

Susanne Grödl: Laut einer Spectaris-Studie aus dem Frühjahr 2025 zählt die Labor- und Analysetechnik zu den chancenreichsten Zukunftsbranchen der deutschen Wirtschaft. Die Labor- und Analysetechnik ist weniger konjunkturabhängig als die klassische Chemieproduktion. Sie profitiert stark von langfristigen Trends wie Digitalisierung, künstlicher Intelligenz und Automatisierung. Außerdem trifft sie auf eine breite Nachfrage aus unterschiedlichen Anwenderbranchen wie Pharma, Life Sciences, Forschung und Wissenschaft, Umwelt­analytik oder der Lebensmittelindustrie, die Schwankungen einzelner Märkte abfedert. Denn medizinische Tests, Qualitätskontrollen und Umweltmonitoring sind in vielen Bereichen gesetzlich vorgeschrieben und damit unverzichtbar. Zudem sorgen Verbrauchsmaterialien, Wartung und Services von Geräten für wiederkehrende Erlöse. Aus meiner Erfahrung kommt der Branche außerdem zugute, dass sie sehr innovativ ist und neue Trends rasch aufgreift und sich zunutze macht.

Die Analytica hat sich in den vergangenen Jahren zur Weltleitmesse der Branche entwickelt. Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Aus meiner Sicht ist unser bewährtes Messekonzept der Grund dafür, dass die Analytica DER Treffpunkt der internationalen Laborbranche ist. Die Kombination aus den drei Säulen Ausstellung, Konferenz und praxisnahem Rahmenprogramm kommt bei Ausstellern und Besuchern gleichermaßen gut an. Es gibt keine andere Messe, die einen so umfangreichen und tiefen Marktüberblick des Labors in Industrie und Forschung bietet. Und das mit einer guten Aussteller-Mischung: Alle Marktführer kommen nach München und stellen dort ihre Weltpremieren vor. Gleichzeitig präsentieren auch viele junge Unternehmen und Start-ups ihre Ideen. In unserem umfangreichen Begleitprogramm legen wir großen Wert darauf, nahe an der Praxis zu sein und Wissen zu vermitteln. In der wissenschaftlichen Analytica conference, die an drei Tagen direkt neben den Messehallen stattfindet, decken renommierte, internationale Speaker die ganze Bandbreite an neuesten Methoden und Entwicklungen in der Analytik, Biochemie und klinischen Diagnostik ab. Und da sich die weltweite Laborcommunity hier in München trifft, ergeben sich natürlich jede Menge Gelegenheiten, sich auszutauschen und sein Netzwerk zu erweitern.

Was sind für Sie fünf Trends der Branche, die die Themen der Konferenz und der Ausstellung in diesem Jahr bestimmen werden?

Wie schon in den letzten Jahren ist die Digitalisierung des Labors nach wie vor das beherrschende Thema der Branche, zusammen mit Automatisierung und künstlicher Intelligenz. Die Arbeit im Labor verändert sich dadurch grundlegend. Routineaufgaben lassen sich automatisieren und geben Fachkräften mehr Raum für andere Arbeiten. Methoden werden effizienter – etwa durch Pipettierroboter, die Proben schneller bearbeiten –, Prozesse beschleunigen sich dank Echtzeit-Analysegeräten und neue Wege der Qualitätssicherung entstehen durch digitale Laborjournale. Besonders die rasante Entwicklung, was KI-Tools angeht, hat enorme Auswirkungen auf die Arbeit im Labor, wenn z. B. Experimente präziser geplant und ausgewertet werden können. Auf der Analytica kann man erleben, wie diese Entwicklungen in der konkreten Anwendung im Laboralltag zusammenwirken, z. B. in unserer Sonderschau Digital Transformation. Ebenfalls ein großes Thema ist nach wie vor das nachhaltige Labor. Hier werden Aussteller beispielsweise Verbrauchsmaterialien aus biobasierten Kunststoffen präsentieren oder energieeffizientere Geräte.

Worauf dürfen sich die Analytica-Besucher Ende März besonders freuen?

Erstmal natürlich darauf, viele bekannte Gesichter wiederzusehen, sich über Branchentrends auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Im Ausstellungsbereich wird es wieder zahlreiche Weltpremieren und Produktneuheiten zu entdecken geben, Details werden wir wenige Wochen vor der Messe veröffentlichen. Einige Höhepunkte aus dem Rahmenprogramm: In der Sonderschau „Digital Transformation“ können Besucher anhand von fünf Use Cases Arbeitsabläufe im modernen Labor selbst auszuprobieren. Zudem werden Experten im gleichnamigen Forum über das Thema KI in unserer Branche referieren. Hier haben wir einige namhafte Speaker im Fokus, aber im Moment noch keine verbindlichen Zusagen – lassen Sie sich also am besten überraschen… Im Live Lab kann man Experten bei der Arbeit an einer vollausgestatten Laborzeile über die Schulter schauen. In den vier Analytica Foren gibt es Best-Practice-Wissen für den Laboralltag – ein Highlight werden hier wieder die Live-Shows zur Arbeitssicherheit im Labor sein, bei denen es auch mal knallt und raucht.

Und last but not least lohnt sich immer ein Besuch der Analytica conference: Zu den Top-Themen gehören u. a. Neuigkeiten aus der Lebensmittelanalyse und -forschung, unterstützt durch KI und digitale Innovationen, neue Entwicklungen in den Omics-Technologien sowie Aktuelles aus der Massenspektrometrie, Spektroskopie und Chromatographie. Der Eintritt zur Konferenz ist übrigens im Messeticket inbegriffen.

Frau Grödl, vielen Dank für das Gespräch.

Susanne Grödl

Die studierte Politikwissenschaftlerin ist seit 2005 in der Projektleitung der Analytica-Messen bei der Messe München. In dieser Position verantwortet sie die wirtschaftliche Planung, Konzeptionierung und Marktposition der internationalen Leitmesse Analytica in München. Zudem ist sie als Global Industry Lead für die strategische Ausrichtung der Analytica-Messen weltweit verantwortlich. Ihre Karriere bei der Messe München begann sie 1999 im Projektteam der IT- und Telekommunikationsmesse Systems.

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