Standortentwicklung Bayer HealthCare in Wuppertal Bayer investiert rund 95 Millionen Euro in den Standort Wuppertal
Bayer will seine Engagement am Pharma-Standort Wuppertal in diesem Jahr deutlich erhöhen: 2011 will das Unternehmen rund 95 Millionen Euro vor Ort investieren, davon entfallen circa 44 Millionen auf neue Forschungs- und Produktionsanlagen.
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Wuppertal – Fünf der zehn umsatzstärksten Bayer-Pharmaprodukte kommen aus Wuppertal. Auch auch in der Zukunft soll der Standort eine bedeutende Rolle für den Konzern spielen, wie Standortleiter Dr. Klaus Jelich am Dienstagabend vor Journalisten betonte: "Wuppertal ist und bleibt auch in Zukunft eine wichtige Säule von Bayer HealthCare." Dies gelte sowohl für das Forschungszentrum am Aprather Weg als auch für das Werk an der Wupper. Im vergangenen Jahr wurden rund 83 Millionen Euro für Sachanlagen und Instandhaltung ausgegeben. 2011 will das Unternehmen rund 95 Millionen Euro in Wuppertal investieren, davon entfallen circa 44 Millionen auf neue Forschungs- und Produktionsanlagen.
"Mit den aktuellen Investitionen, wie dem Bau des Technikums Zellbiologie und eines Laborgebäudes für die Qualitätskontrolle, rüsten wir uns für die herausfordernden Aufgaben in der Zukunft", so Jelich. Im Technikum Zellbiologie sollen künftig neue biologische Wirkstoffe für den Einsatz in klinischen Studien hergestellt werden.
Produktionskapazitäten werden ausgebaut
Darüber hinaus baut Bayer an der Wupper Produktionskapazitäten für Rivaroxaban aus, um die erwartete steigende Nachfrage nach dem oralen Gerinnungshemmer bedienen zu können. Das Herz-Kreislauf-Präparat ist seit 2008 zur Thromboseprophylaxe nach Knie- und Hüftgelenksersatzoperationen zugelassen und wird bereits in 75 Ländern vermarktet. Im Januar dieses Jahres folgten weitere Zulassungsanträge zur Schlaganfall-Prävention bei Patienten mit Vorhofflimmern in der EU und den USA sowie zusätzlich zur Behandlung und Sekundär-Prophylaxe tiefer Venenthrombosen in der EU. Das jährliche Spitzenumsatzpotenzial für Xarelto wird von Bayer auf über 2 Milliarden Euro geschätzt.
Integrierte Forschungsplattform
Der Standort Wuppertal verfügt über jahrzehntelange Expertise auf dem Gebiet der Erforschung, Entwicklung und Produktion von chemischen und biologischen Wirkstoffen. Die integrierte Forschungsplattform umfasst alle Schritte von der frühen Forschung bis zur ersten Phase der klinischen Entwicklung. Im Mittelpunkt der Wirkstofffindung steht die Medizinische Chemie. "Gemeinsam mit anderen Forschungseinheiten suchen die Mitarbeiter hier die für einen neuen Wirkstoff bestgeeignete Molekülstruktur, um eine optimale pharmazeutische Wirkung zu erzielen", erläuterte Prof. Dr. Hanno Wild, Leiter des Forschungsbereichs Leitstruktur-Generierung und -Optimierung.
Neue Entwicklung: Verbindung von Chemie und Biologie
Im Bereich der Biologika-Forschung werden die Aktivitäten seit 2008 verstärkt ausgebaut. So arbeiten Wuppertaler Forscher derzeit an einer Reihe innovativer Biologika-Wirkstoffe. Dazu zählen unter anderem sogenannte Antikörper-Konjugate. Bei diesen innovativen Wirkstoffen zur gezielten Behandlung von Krebserkrankungen ist ein Chemotherapeutikum an einen spezifischen Antikörper gekoppelt, der dieses gezielt zur Krebszelle befördert und dort wirken lässt. "Wirksame und sichere Antikörper-Konjugate zu entwickeln, ist eine große Herausforderung. Die enge Zusammenarbeit zwischen Biologen und Chemikern aus Forschung und Entwicklung ist eine besondere Stärke des Unternehmens und des Standortes", betont Wild.
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