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Allergieforschung

Beifuß-Ambrosie verursacht in der Allergieforschung Kosten in Millionenhöhe

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Woher kommen die Ambrosia-Pollen?

Ambrosia-Pollen werden durch Luftmassenverschiebungen über weite Wege aus Süd- und Osteuropa verfrachtet, doch auch in Deutschland finden sich bereits größere Ansammlungen der Pflanzen. Wie viele Krankheitsfälle durch Ambrosia in Deutschland tatsächlich verursacht werden, ist momentan noch unklar. Die Wissenschaftler rechnen daher in ihrer Studie mit zwei Szenarien: Das konservative Szenario geht von der eher geringen Belastungssituation in Nord- und Westeuropa aus. Geschätzt wird, dass ein Zehntel der Pollenallergiker gegen Ambrosia sensibilisiert ist und bei weiterem Kontakt zu den Pollen erkrankt.

Das Worst-Case-Szenario orientiert sich hingegen an der Belastungssituation, wie sie heute in Ungarn auftritt, wo die Pflanze in manchen Regionen bereits flächendeckend vorkommt. Das dort für Ambrosia günstige trockene und warme Klima und der vermehrte Anbau von Sonnenblumen, deren Saatgut häufig mit Samen der Beifuß-Ambrosie verunreinigt ist, begünstigen deren Wachstum. Für dieses Szenario wird angenommen, dass die Hälfte der Pollenallergiker gegen Ambrosia-Allergene sensibilisiert ist und bei Kontakt mit den Pollen erkrankt.

Auf Basis dieser Annahmen wären von der weiteren Ausbreitung dieser invasiven Pflanzenart in Deutschland demnach zwischen zwei und über acht Millionen Menschen potenziell betroffen. Im Extremfall könnten, wenn die Entwicklung der Belastung durch Ambrosia-Pollen deutschlandweit der aktuellen Situation im trockenen Süden Brandenburg entspräche, bis zu zehn Prozent der Gesamtbevölkerung erkranken.

Auch Maßnahmen gegen die Ambrosia-Verbreitung verursachen Kosten

„Kosten von Ambrosia-Allergien abzuschätzen, ist auch deshalb bedeutsam, weil Maßnahmen gegen die Verbreitung der Ambrosia ebenfalls Kosten verursachen. Gesundheitsökonomische Analysen können die Notwendigkeit solcher Maßnahmen beurteilen und die hierfür nötigen Aufwendungen in Relation zu den alternativ anfallenden Gesundheitskosten setzen“, erläutert die Potsdamer Umweltökonomin Dr. Wanda Born, die diese Studie zu den Kosten invasiver Arten am UFZ geleitet hat. Um herauszufinden, welche Kosten bei Allergikern entstehen können, wurden Patienten des AllergieZentrums München befragt, die an einer Pollenallergie leiden und die nachweislich gegen Ambrosia sensibilisiert sind.

Die Mehrzahl der Patienten gab an, allergiebedingt regelmäßig einen Arzt – im Durchschnitt fünfmal pro Jahr – zu besuchen. Ein Drittel der Befragten muss jährlich etwa fünf Tage stationär behandelt werden. Ein Fünftel ist durchschnittlich 14 Tage pro Jahr arbeitsunfähig. Neben den daraus resultierenden Kosten für die Krankenversicherungen sowie den volkswirtschaftlichen Kosten müssen die Patienten auch beträchtliche Aufwendungen privat tragen. So gibt ein Drittel der Befragten durchschnittlich über 200 Euro pro Jahr für Zuzahlungen und Gegenmaßnahmen wie Pollenfilter oder -gitter aus. Hinzu kommt die Einschränkung der Lebensqualität der Betroffenen:

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