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Automatisierte Probenvorbereitung

Bestimmung natürlicher und synthetischer Steroide in Tierurin

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Konstantere Messsignale bei weniger Arbeitsaufwand

Für die automatisierte Probenvorbereitung werden die bereits hydrolysierten Proben und die mit Plungern ausgestatteten SPE-Säulen sowie zwei Elutionsgefäße ins Gerät gestellt. Das erste Elutionsgefäß dient der kurzzeitigen Aufnahme der Probe nach der ersten Festphasenextraktion. Das Gefäß, in das die Probe nach der zweiten Festphasenextraktion eluiert wird, ist so gewählt, dass es anschließend zur Evaporation in einen Turbovap gestellt werden kann.

„Nach Sequenzstart führt das Gerät die zwei beschriebenen Aufreinigungsschritte automatisiert durch, sodass die Proben anschließend nur noch evaporiert und in einem anderen Lösungsmittel wieder rückgelöst werden müssen“, erklärt Dr. Bernsmann. So können in einem Lauf 18 Proben aufgearbeitet werden. Dies eröffnet dem Mitarbeiter Freiraum für andere Tätigkeiten. Durch die automatisierte Aufreinigung wird außerdem Arbeitszeit eingespart: „Die Bestückung des Freestyles und das Starten der Sequenz nimmt nur einen Bruchteil der Zeit in Anspruch, der bei der manuellen Bearbeitung der Proben benötigt wird“, so Dr. Bernsmann. „Die Sensitivität des Verfahrens ist genauso gut wie bei der manuellen Aufarbeitung.“ Die Konstanz der Messsignale hat sich sogar verbessert, da alle Lösungen mit konstantem Druck über die Säule gegeben werden. Die Standardabweichung in den Ergebnissen ist im Gegensatz zur manuellen Bearbeitung signifikant gesunken, das heißt, das System arbeitet weitaus reproduzierbarer und stabiler als bei einer manuellen Bearbeitung. Die unterschiedlichen Viskositäten der Proben spielen dagegen kaum eine Rolle. „Das liegt daran, dass das Freestyle-System Bearbeitungen mit bis zu 4 bar Druck durchführt. Erst wenn dieser verhältnismäßig hohe Wert – oder ein anderer vorher in der Methode definierter Druck – überschritten wird, bricht das Gerät die Bearbeitung der Probe ab, markiert sie in der Probenliste, reinigt sich und beginnt mit der nächsten Probe“, erläutert Wierer. Die Sequenz wird somit nicht abgebrochen, die nicht bearbeitete Probe ist jedoch klar erkennbar. Durch diese beiden Besonderheiten – den Einsatz von Plungern und den positiven Druck bis zu 4 bar – können viele Proben, die auf anderen Systemen zu Blockaden führen, zuverlässig die Säulen passieren.

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Neben dem konstant angelegten Druck, der zu reproduzierbaren Ergebnissen führt, bringt die Umstellung auf automatisierte Probenvorbereitung aber noch weitere Vorteile mit sich: „Wie mit der manuellen Methode werden auch mit dem Robotikgerät von LCTech in einer Woche rund 50 Proben aufgearbeitet. Allerdings ist der Personalaufwand durch das Freestyle-Systems deutlich reduziert“, erklärt Dr. Bernsmann. Der Einsatz des Robotiksystems bedeutet somit einen Effizienzgewinn, da die Mitarbeiter des CVUA-MEL während der Probenaufreinigung durch das Freestyle Tätigkeiten erledigen können, die sich nicht automatisieren lassen. „Auch die früher manuell durchgeführte, zeitaufwändige SPE-Methodenentwicklung kann nun über Nacht automatisiert erfolgen. Unbeaufsichtigtes Abarbeiten der Proben ist darüber hinaus auch während des Wochenendes möglich. Außerdem zeigen die Ergebnisse, dass das System absolut kreuzkontaminationsfrei arbeitet“, resümiert der Wissenschaftler. n

* S. Wierer: LCTech GmbH, 84419 Obertaufkirchen

* *Dr. H. R. Wollseifen: Macherey-Nagel GmbH & Co. KG, 52355 Düren

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