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Feuerteufeln chemisch-analytisch auf der Spur
Brandstiftung: Forensische Untersuchung von Brandbeschleunigern

Ein Gastbeitrag von Guido Deussing 13 min Lesedauer

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Ob ein Feuer gelegt wurde, um eine Sache zu beschädigen oder um eine Straftat zu vertuschen, ist für die Ermittlung der Brandursache zunächst ohne Belang. Im Vordergrund stehen die Fragen, wo und wie das Feuer ausgebrochen ist. Finden sich am Brandort Rückstände von Benzin, liegt der Verdacht einer Brandstiftung nahe. Der leichtentzündliche Ottokraftstoff wird häufig als Brandbeschleuniger verwendet. Bei der Aufklärung der Brandursache spielt die instrumentelle chemische Analytik eine zentrale Rolle.

Abb. 1: Leicht entzündliche Stoffe ermöglichen es, mit einem Funkenschlag Feuersbrünste zu entfachen. (Symbolbild)(Bild:  cstirit - stock.adobe.com)
Abb. 1: Leicht entzündliche Stoffe ermöglichen es, mit einem Funkenschlag Feuersbrünste zu entfachen. (Symbolbild)
(Bild: cstirit - stock.adobe.com)

Im Jahr 2022 rückte die Feuerwehr in Deutschland in 229.497 Fällen aus, um Feuer und die Folgen von Explosionen zu bekämpfen – umgerechnet rund 629-mal pro Tag. Durch Feuer und Rauch kamen 373 Menschen zu Tode, 289 davon in Privatwohnungen [1]. Wie viele Menschen die 1,4 Millionen mehrheitlich ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute hierzulande gerettet haben, lässt sich keiner Erhebung entnehmen. Doch die Statistik gibt Aufschluss über Veränderung hin zum Guten: Noch vor 20 Jahren war die Zahl der Brandopfer doppelt so hoch wie heute [2].

Diesen Erfolg schreibt der Deutsche Feuerwehrverband der Wirkung einer Reihe präventiver Maßnahmen zu, etwa einer besseren Aufklärung der Öffentlichkeit in Sachen Brandschutz oder der verpflichtenden Installation von Brandmeldern in Wohnräumen. Obendrein spielten neue Werkzeuge und leistungsfähigere Materialien eine wichtige Rolle, die der Feuerwehr heutzutage bei der Brandbekämpfung und der Durchführung lebensrettender Maßnahmen zur Verfügung stünden.