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LABORPRAXIS-Newsticker Chemie-Tarifverhandlungen für 585.000 Beschäftigte gestartet

Aktualisiert am 04.02.2026 Quelle: dpa 6 min Lesedauer

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Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften(Bild:  viperagp - stock.adobe.com)
Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften
(Bild: viperagp - stock.adobe.com)

3.2. – Chemie-Tarifverhandlungen für 585.000 Beschäftigte gestartet

Hannover (dpa) 16:09 Uhr – In Hannover haben die bundesweiten Tarifverhandlungen für die rund 585.000 Beschäftigten der chemisch-pharmazeutischen Industrie begonnen. In einem Hotel am Flughafen kamen Vertreter der Gewerkschaft IG BCE (Bergbau, Chemie, Energie) und des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC) zum zweitägigen Verhandlungsauftakt zusammen.

Gerade beim Einkommen gebe es Nachholbedarf, sagte IG-BCE-Verhandlungsführer Oliver Heinrich zu Verhandlungsauftakt. „Wir haben gute Tarifabschlüsse in den letzten Jahren gehabt, aber die hohe Inflation der letzten Jahre hat an den Portemonnaies der Kolleginnen und Kollegen geknabbert“, sagte Heinrich. Hier gebe es eine Lücke von fünf Prozent, die es zu schließen gelte. Auf eine prozentuale Lohnforderung hat die Gewerkschaft bundesweit verzichtet.

Als zweiten Schwerpunkt setzt die IG BCE auf eine Sicherung der Arbeitsplätze. „Deswegen muss es darum gehen, ein Tarifergebnis zu erzielen, was der breiten Branche gerecht wird, aber vor allen Dingen für die Kolleginnen und Kollegen auch eine Zukunftsvision ausstrahlt.“ Lohnverzichte halte er dabei für den falschen Weg. Das werde keinen Arbeitsplatz retten oder sichern, sagte Heinrich.

BAVC-Verhandlungsführer Matthias Bürk verwies dagegen auf die angespannte wirtschaftliche Lage der Branche. Die Branche produziere heute 20 Prozent weniger als noch 2018, zahle aber deutlich höhere Tariflöhne. „Wir können uns weitere Kostensteigerungen nicht leisten, weil sie die Wettbewerbsfähigkeit unserer Branche weiter verschlechtern würden. Es geht jetzt darum, die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen. Und Kostensteigerungen helfen dabei nicht.“

Beide Seiten zeigten sich zum Verhandlungsauftakt kompromissbereit. Bei der Einschätzung der Lage liege man recht nah beieinander, sagte Arbeitgebervertreter Bürk. Jetzt gelte es, dies „in entsprechende tarifliche Regelungen zu überführen“.

30.1. – 500 Millionen für Forschung zu Postinfektions-Erkrankungen

Berlin (dpa) 11:27 Uhr – Die Bundesregierung will gemeinsam mit der Wissenschaft und Betroffenenvertretern die Erforschung von Folgeerkrankungen von Infektionen vorantreiben. Forschungsministerin Dorothee Bär rief dazu gemeinsam mit Experten in Berlin eine so genannte nationale Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen aus. Die CSU-Politikerin kündigte für die kommenden zehn Jahre Forschungsmittel in Höhe von 500 Millionen Euro aus dem laufenden Haushalt ihres Ministeriums an. Gefördert werden sollen klinische Studien zur Überprüfung von Medikamenten, zusätzliche biomedizinische Forschung und eine Verbesserung der Datengrundlage. Die Krankheiten zerstörten Lebenspläne, seien seit Jahrzehnten bekannt aber bisher nicht gut behandelbar, sagte Bär bei einer Pressekonferenz in Berlin.

Genaue Zahlen, wie viele Menschen betroffen sind, gibt es bislang nicht. „In der Bevölkerung ist, glaube ich, die Krankheitslast größer, als wir das bisher abschätzen können“, sagte Annette Peters, Direktorin des Instituts für Epidemiologie vom Helmholtz Zentrum in München. Ein wesentlicher Punkt ist nach Auffassung von Maria Vehreschild, Infektiologin vom Universitätsklinikum Frankfurt, die Diagnostik. Es brauche messbare biologische Merkmale (Biomarker), die eine solche Erkrankung mit hoher Verlässlichkeit identifizieren könnten. Ansonsten bleibe die Diagnose „oft ein langwieriger, außerordentlich belastender Ausschlussmarathon für die Betroffenen“, sagte sie.

Das Thema wurde einer breiten Öffentlichkeit vor allem im Zusammenhang mit dem so genannten Post-Covid-Syndrom bekannt, geht aber darüber hinaus. Auch nach einer Grippe kann es zu langwierigen gesundheitlichen Problemen kommen. Im Fokus steht ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom), eine schwere Krankheit. Betroffene fühlen sich extrem und dauerhaft erschöpft und können an vielen weiteren Symptomen leiden wie Muskelschmerzen, Herzrasen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit oder Wortfindungs- und Sprachstörungen.

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28.1. – Umweltausschuss gibt grünes Licht für Gentechnik-Regeln

Brüssel (dpa) 16:15 Uhr – Die geplanten lockereren Gentechnik-Vorgaben in der EU haben eine weitere Hürde genommen. Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments stimmte der Einigung zu, die Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments im Dezember gefunden hatten. 59 Abgeordnete stimmten dafür, 24 dagegen, zwei enthielten sich.

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Die Einigung sieht vor, dass es künftig zwei Kategorien von Gentechnik geben soll. Gentechnisch veränderte Lebensmittel, bei denen weniger gravierende Eingriffe vorgenommen wurden, sollen auch ohne spezielle Prüfung und ohne Kennzeichnung den Weg in den Supermarkt finden. Wenn größere Eingriffe in das Erbgut vorgenommen wurden, gelten weiterhin deutlich strengere Auflagen.

Wenn die neuen Vorgaben auch formell bestätigt werden, können Verbraucher künftig nicht mehr auf den ersten Blick erkennen, ob sie durch moderne Gentechnikverfahren veränderte Lebensmittel essen. Neue Sorten unterliegen aber weiter der gesetzlich geregelten Sortenprüfung und -zulassung.

Viele Forscher sehen Potenzial: So besteht die Hoffnung, etwa eine Weizensorte zu entwickeln, die gegen die Pilzkrankheit Mehltau resistent ist. Aber auch stressresistente Maispflanzen oder allergenfreie Erdnüsse sind denkbar. Befürworter hoffen auch, dass widerstandsfähige Pflanzen in der Klimakrise helfen und Hunger lindern. Zudem sollen europäische Landwirte so wettbewerbsfähiger werden.

Die geplanten Lockerungen sind allerdings umstritten. Unter anderem werden wirtschaftliche Folgen für Landwirte befürchtet. Bundesumweltminister Casten Schneider (SPD) hatte die Entscheidung im Dezember als schweren Fehler bezeichnet. Gentechnikfreie Landwirtschaft müsse möglich und bezahlbar bleiben. Es brauche Lieferketten, die sicherstellten, dass gentechnisch veränderte von gentechnikfreien Pflanzen und Produkten unterscheidbar seien, forderte er.

Bevor die neuen Vorgaben in Kraft treten können, müssen noch Mehrheiten im Europaparlament und innerhalb der EU-Staaten zustimmen. Da es bereits einen informell ausgehandelten Kompromiss zwischen den Institutionen gibt, ist das normalerweise Formsache.

21.1. – Chemie führt bei Promotionsquote

Gütersloh (dpa) 9:00 Uhr – Das Studienfach Chemie hat in Deutschland die größte Promotionsquote. Rechnerisch haben in diesem Fachbereich vier von fünf Studierenden, also 80 Prozent, nach ihrem Masterabschluss noch einen Doktortitel, erworben. Das geht aus einer Auswertung des CHE Centrums für Hochschulentwicklung auf Basis von Zahlen des Statistischen Bundesamt für das Jahr 2024 hervor.

Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Medizin und Biologie mit einer Quote von 71 Prozent. Bei den absoluten Zahlen liegt Medizin allerdings seit Jahren vorn. 7.400 Mediziner machten 2024 ihren Doktor, in Chemie und Biologie waren es mit jeweils 2.000 deutlich weniger. Die Promotion ist der höchste zu erlangende Studienabschluss an deutschen Hochschulen.

Bei den Studienanfängern ist Betriebswirtschaftslehre (BWL) das beliebteste Fach. Allerdings macht zum Abschluss des Studiums nur jeder 20. Masterabsolvent auch seinen Doktor. Das ist eine Quote von 5 Prozent.

Etwas besser sind die Zahlen bei den Ingenieurwissenschaften. Im Maschinenbau liegt die Quote bei 24 und in der Elektrotechnik bei 21 Prozent. In der Zahnmedizin promoviert mit 47 Prozent fast jeder zweite, in der Tiermedizin liegt die Quote nur bei 38 Prozent.

21.1. – Kabinett beschließt neue Schadstoffregeln für Industrie

Berlin (dpa) 11:29 Uhr – Für Industriebetriebe sollen in Deutschland künftig strengere Grenzwerte bei Schadstoffen gelten. Zugleich sollen Unternehmen durch vereinfachte Verfahren auch entlastet werden, wie ein vom Bundeskabinett beschlossener Gesetzesentwurf vorsieht. Dieser soll eine entsprechende Richtlinie der EU zu Industrieemissionen in nationales Recht umsetzen.

Die bisherige Richtlinie habe bereits für verbesserte Luftqualität in vielen Regionen gesorgt, heißt es im Gesetzesentwurf. Luftverschmutzung sei dennoch weiterhin die häufigste umweltbedingte Ursache für vorzeitige Todesfälle in der EU. „Die überarbeitete Richtlinie setzt nun zusätzliche Anreize, in moderne Umwelttechnik zu investieren“, sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD).

Die Grenzwerte für ausgestoßene Schadstoffe sollen künftig stärker an klimafreundlichere Technologien angepasst werden. Unternehmen, die sich bereits nachweislich mit dem Umstieg beschäftigen, soll bei bestimmten Vorschriften zudem ein Aufschub von bis zu acht Jahren gewährt werden. Das soll verhindern, dass sie noch in fossile Technologien investieren müssen, heißt es im Gesetzesentwurf.

Die reformierte Schadstoffrichtlinie der EU war bereits im August 2024 in Kraft getreten, die Frist für die Mitgliedsstaaten zur Umsetzung läuft im Juli 2026 ab. Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD festgehalten, die EU-Richtlinie „so schlank wie möglich“ umzusetzen. Im nächsten Schritt befasst sich der Bundestag mit dem Entwurf.

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