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Länderreport Ukraine Chemieindustrie am Schwarzen Meer

| Autor / Redakteur: Jan Triebel, Germany Trade and Invest / Wolfgang Ernhofer

Die Ukraine bleibt trotz offizieller Bestrebungen, bei chemischen Produkten die Abhängigkeit von ausländischen Zulieferungen zurückzufahren, auf absehbare Zeit Nettoimporteur. In einem recht wachstumsstarken Umfeld zogen die entsprechenden Bezüge aus dem Ausland 2011 weiter an. Deutsche Anbieter im Sektor Chemie sind auf dem ukrainischen Markt bereits relativ gut vertreten. Ihre Lieferungen bestritten zuletzt etwa 15% des gesamten Importaufkommens.

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(Bild: wikimedia commons )

Kiew/Bonn – Der Markt der Ukraine für Chemieerzeugnisse hat die Krise hinter sich gelassen. Nachdem die Umsätze bereits 2010 um 24% auf 10,8 Mrd. US$ zugelegt hatten, setzte sich der Trend auch 2011 mit einem Plus von 16% auf 12,6 Mrd. US$ fort.

Die deutliche Erholung in allen Segmenten kam zumeist sowohl der lokalen Industrie als auch Anbietern aus dem Ausland zugute.

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Marktentwicklung/-bedarf

Auf dem Arzneimittelmarkt will die Regierung sowohl der Importsubstitution zum Durchbruch verhelfen als auch den rasant steigenden Preisen Paroli bieten. Während die Medikamentenverkäufe über Apotheken 2011 nach Angaben des Fachblatts Aptjeka mengenmäßig mit +0,1% nahezu stagnierten, wuchs der Absatz in Wertgrößen (umgerechnet in US$) um 19,8%. Dieser Trend setzte sich auch im 1. Quartal 2012 fort (Menge: -0,3%; Wert: +12,8%). Bei Verkäufen über Krankenhäuser und ähnliche medizinische Einrichtungen stand 2011 einem Rückgang der abgesetzten Packungen um 2,9% ein wertmäßiger Zuwachs von 4,2% gegenüber.

Laut der Fachzeitschrift Chimija Ukrainy erreichte der Markt für Waschmittel (der größte in der Sparte Haushaltschemie) 2011 ein Volumen von 320.000 bis 325.000 t (circa -5%). Die Bedeutung lokal produzierter Erzeugnisse nahm zu. Während 2010 noch 64% des im Land verkauften Waschpulvers aus ukrainischer Fertigung gestammt hatten, waren es ein Jahr später bereits 73%. Beobachtern zufolge setzen ausländische Anbieter aufgrund steigender Materialkosten und wachsender Preissensibilität der Verbraucher zunehmend auf lokal hergestellte Ware.

Der Absatz von Farben und Lacken wird durch die schleppend verlaufende Erholung in den Abnehmerbranchen Bauwirtschaft und Automobilindustrie gedämpft.

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