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Länderreport Ukraine

Chemieindustrie am Schwarzen Meer

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Produktion/Branchenstruktur

Im Zuge der Erholung der lokalen und internationalen Nachfrage steigerten die ukrainischen Chemieproduzenten ihre Fertigung 2011 wieder deutlich. DerzhStat zufolge verzeichneten sie ein Plus von 18,4% und waren ein Wachstumsträger im verarbeitenden Gewerbe (+8,2%). Zu den Sparten mit den stärksten Zuwächsen zählten chemische Grundstoffe und Erzeugnisse der Schwerchemie, darunter vor allem Mineraldünger. Im Zeitraum Januar bis April 2012 schrumpfte die verarbeitende Industrie leicht um 0,7%, während die Chemiebranche mit einem kräftigen Wachstum von 11,5% aufwartete.

Als Schlüsselsektor der ukrainischen Chemiebranche gilt weiterhin die Herstellung von Ammoniak und stickstoffhaltigen Düngemitteln. Hier wurden 2011 gegenüber dem Vorjahr deutliche Produktionszuwächse erzielt: bei Ammoniak von 26,5% auf knapp 5,3 Mio. t und bei Stickstoffdünger von 28,6% auf rund 2,9 Mio. t.

Nicht zuletzt dank deutlicher Preiserhöhungen legten auch die Umsätze der größten Arzneimittelproduzenten der Ukraine 2011 spürbar zu. Lokal hergestellte Präparate dominierten in Packungen gerechnet das Apothekensortiment zu 64,9%. Das Gros der Umsätze erzielten dort laut Aptjeka (angesichts der starken Ausrichtung der ukrainischen Hersteller auf Generika) ausländische Pharmaanbieter mit einem Anteil von 71,8%.

Die Bedeutung der Herstellung und Verarbeitung von Kunststoffen legte zuletzt stark zu. So kann mittlerweile der Inlandsbedarf an Rohren aus Polyethylen (PE) oder Kunststoffprofilen aus Polyvinylchlorid (PVC) für Fenster und Türen überwiegend aus lokaler Fertigung gedeckt werden. Entsprechend wuchs auch die Produktion von Kunststoffen in Primärformen deutlich - um 62,2% auf 550.700 t (2011). Mit 103.000 t PE und 114.000 t PVC wurden die Vorjahresresultate jeweils mehr als verdreifacht.

Die ukrainischen Hersteller von Farben und Lacken leiden unter der schleppenden Erholung wichtiger Abnehmerbranchen. So gab laut DerzhStat 2011 der Ausstoß von Farben auf der Basis von Lösemitteln um 9,1% auf etwa 99.500 t nach. Im zweitwichtigsten Segment der wasserlöslichen Farben und Lacke konnte mit 72.900 t und einem leichten Minus von 0,2% das Vorjahresniveau in etwa gehalten werden.

Die Produktion in den verbrauchernahen Segmenten war 2011 uneinheitlich. Während der Ausstoß von Seifen und ähnlichen Waren um 10,5% auf 51.400 t schrumpfte, wurden mit 226.000 t 6,4% mehr Putz- und Reinigungsmittel hergestellt. Gleichzeitig sank die Erzeugung von Parfüm und Toilettenwässern um 19,5% auf 952.000 l, von Haarwaschmitteln um 9,4% auf 15,2 Mio. l sowie Haarlack um 36,0% auf 361 t.

Neben Kapazitätserweiterungen zielen zahlreiche Investitionsprojekte im Chemiesektor schwerpunktmäßig darauf ab, den Einsatz von Energieträgern und Rohstoffen deutlich zu reduzieren.

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