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Länderreport Kroatien

Chemieindustrie auf dem Balkan Teil 3 – Kroatien

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Pflanzenschutzmittel

Mit guten Absatzperspektiven können Lieferanten von Pflanzenschutzmitteln und Handelsdünger rechnen. Expertenschätzungen zufolge wächst der Markt für Agrarchemikalien mittelfristig jährlich um bis zu 3%. Neue Nachfrage entsteht voraussichtlich durch eine intensivere Bodennutzung im Obst- und Weinbau Dalmatiens.

Fast die Hälfte des Marktes beliefert nach eigenen Angaben der größte inländische Produzent Chromos Agro. Allerdings vertreibt er auch Produkte unter anderem von BASF und Dow AgroSciences. Bei Düngemitteln ist der heimische Konzern Petrokemija dominierend. Dieser betont, dass nur rund 10% der Nachfrage nach Handelsdünger durch Importe gedeckt werde.

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In Kroatien werden laut der HGK jährlich circa 100.000 t Halb- und Fertigerzeugnisse aus Kunststoffen hergestellt. Dieser Sektor stellt sich auf einen erhöhten Wettbewerb nach der EU-Aufnahme ein, und zwar über neue Anlageinvestitionen sowie Engagements in den übrigen Ländern Ex-Jugoslawiens. So hat im Frühjahr 2012 der Branchenführer AD Plastik, der vorwiegend die Kfz-Industrie beliefert, in Serbien neue Produktionskapazitäten in Betrieb genommen.

Produktion/Branchenstruktur

Die Chemiebranche ist in Kroatien ein bedeutender Industriezweig und trug Ende 2011 10,5% zum gesamten Industrieausstoß bei. Führend sind die Erzeuger von Pharmazeutika, Kunststoffwaren, Wasch- und Reinigungsmitteln, Farben/Lacken sowie von Industriegasen. Dazu zählte bis vor kurzem auch die Produktion von Polymeren, die 2010 insgesamt 216.000 t erreichte. Rund 90% davon entfielen auf den Petrochemiekonzern Dioki, der Anfang 2012 am Rande einer Insolvenz stand und die Produktion eingestellt hat.

Gemäß der neuesten verfügbaren Statistik zählte Kroatiens Chemiebranche 2010 insgesamt 370 Unternehmen mit 11.800 Mitarbeitern. Dazu kamen 1.380 Kunststoff- und Gummiverarbeiter mit 10.900 Beschäftigten. Die Chemiesparte erzielte 2010 einen Umsatz von 1.520 Mio. Euro, und bei den Kunststoff- und Gummibetrieben waren es annähernd 700 Mio. Euro.

Der Investitionsbedarf in der kroatischen Chemieindustrie bleibt hoch: In vielen Betrieben kommt noch veraltete und nur halbautomatisierte Produktionstechnik zum Einsatz. In Anlehnung an die IPPC-Richtlinie der EU laufen bereits Investitionen in Umweltschutzanlagen. Einigen Konzernen, vor allem aus der Farben- und Lack- sowie Kunststoffsparte, wurden für die Erfüllung dieser Vorgaben Übergangsfristen bis 2016 gewährt.

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